Abel, steh auf! - Texte zur Schoah in Lyrik und Prosa
Zeit: Sonntag, 27. Januar 2008, 18.00 Uhr
Ort: Jüdische Gemeinde Mainz, Forsterstraße 2
Darf man die Gräuel der Schoah darstellen?
An Gedenktagen, die an die Schoah erinnern, scheint sich das Bilderverbot
der hebräischen Bibel in seiner Notwendigkeit zu bestätigen.
Je mehr man in Reden und Kommentaren von diesem unbegreiflichen Ereignis
spricht, desto blasser und nichtiger wird es in seiner Wirkung. Die Erinnerung
scheint in den grauen Nebeln der Gewohnheit zu versinken. Die Menschen
verlieren die Möglichkeit, das Schreckliche, ja Ungeheuerliche, dieses
Ereignisses zu fühlen und zu empfinden.
Auf der anderen Seite ist es die Pflicht der jüdischen
Gemeinden an die Opfer dieses Unrechts zu erinnern. Wer, wenn nicht wir,
hat den Nachgeborenen davon zu berichten. Stella Schindler-Siegreich,
Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz: Wir sind also in
einer misslichen Lage gefangen. Juden müssen laut sprechen, wo es
vielleicht besser wäre zu schweigen. Um uns aus dieser Schwierigkeit
zu befreien, haben wir beschlossen, unkommentiert unsere Stimmen den Texten
und der Lyrik von Opfern des Nationalsozialismus zu leihen. Wir hoffen,
dass es diesen Texten gelingen wird, den Panzer der Gewohnheit und des
Alltags zu sprengen, um das Ungeheuere des Mordes an den europäischen
Juden wieder fühlbar zu machen.
Veranstalter: Jüdische Gemeinde Mainz
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