Bau der Synagoge nun greifbar nahe
Nach CDU will auch SPD Stadtanteil erhöhen
16.1.08 - Mainzer Rhein-Zeitung
Der baldige Bau einer neuen Synagoge in der Hindenburgstraße
wird immer wahrscheinlicher. Nach der Mainzer CDU hat sich nun auch die
SPD dafür ausgesprochen, den städtischen Finanzierungsanteil
für das Projekt zu erhöhen. Das sagte der Fraktionschef im Stadtrat,
Oliver Sucher.
Die SPD-Fraktion habe dies "nach intensiver Diskussion
mit den Kuratoriumsmitgliedern Herbert Heidel und Herman-Hartmut Weyel"
einstimmig beschlossen, sagte Sucher. Man wolle jetzt "die einmalige
Chance nutzen und einer historischen Verpflichtung gegenüber der
Jüdischen Gemeinde Mainz nachkommen". Die SPD begrüßte
eine Grundsteinlegung zum 70. Jahrestag der Zerstörung der Synagoge
am 9. November 2008. Dies sei "mehr als ein bloßes Ausrufezeichen".
Der Bau wurde entworfen von dem Kölner Architekten
Manuel Herz. Die Kosten werden auf rund zehn Millionen Euro veranschlagt.
Dieser Finanzierungsdeckel müsse unbedingt eingehalten werden, so
Sucher. Steigende Kosen müssten im Budget aufgefangen werden.
Die FDP-Stadtratsfraktion sieht ebenfalls die Notwendigkeit
zum Bau einer neuen Synagoge, steht aber der Erhöhung der Zuschüsse
angesichts der städtischen Haushaltslage etwas reservierter gegenüber.
"Wir stehen hinter dem Synagogenneubau und einem erhöhten Finanzbedarf.
Zugleich muss aber darauf geachtet werden, dass die Kosten nicht aus dem
Ruder laufen", sagte Fraktionschef Christopher Sitte.
Der Anteil der Stadt sollte sich bislang auf 3,6 Millionen
Euro belaufen. "Dieser Betrag ist seit Jahren in den Haushalt eingestellt
und deshalb unstrittig", so Ady Schmelz, baupolitischer Sprecher
der Fraktion. Nach dem Rückzug des Bundes bei den Baukosten haben
die Liberalen aber gebeten, nach Einsparpotenzialen zu suchen und die
Baukosten für die Synagoge zu überprüfen. Außerdem
müsse gewährleistet sein, dass die Jüdische Gemeinde ohne
weitere städtische Zuschüsse Folge- und Unterhaltskosten tragen
könne.
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