CDU steht zum Synagogenbau
11.1.08 - Allgemeine Zeitung
fsw. Mit großer Mehrheit hat sich die CDU-Stadtratsfraktion
gestern für den baldigen Bau der Synagoge in der Hindenburgstraße
nach den Plänen des Architekten Manfred Herz ausgesprochen. In der
Fraktionssitzung hatten zuvor der Vorsitzende des Kuratoriums der jüdischen
Gemeinde, Herbert Heidel, sowie Kuratoriumsmitglied Heinz Laubach auf
die Notwendigkeit hingewiesen, dass der Stadtrat seine Zusage zum Bau
jetzt in die Tat umsetzt. Im städtischen Vermögenshaushalt sind
für das Projekt seit Jahren 3,6 Millionen Euro vorgesehen. Die ursprüngliche
Hoffnung, dass der Bund ein Drittel der Kosten tragen werde, erfüllte
sich zwar nicht, doch übernimmt der Bund die Abrisskosten und kommt
auch beim Grundstückspreis entgegen. Nachdem das Land seinen Anteil
auf die Hälfte der Kosten aufgestockt hat, sieht die CDU "jetzt
die Chance zur endgültigen Realisierung des Projekts" und sei
bereit, in der Stadtratssitzung im Februar einem Nachtragshaushalt zuzustimmen,
der die Erhöhung der Mittel um 1,4 Millionen Euro beinhalte, teilte
Fraktionsvorsitzende Andrea Litzenburger gestern mit.
Die CDU wertet es "als positives Zeichen, dass Deutschland
wieder so viel Vertrauen entgegen gebracht wird", nachdem die Nazis
im November 1938 flächendeckend Synagogen in Brand steckten, auch
in Mainz.

|
|
Pressemeldung der CDU vom 10.1.08
CDU-Fraktion steht zum Bau der Synagoge in Mainz
Freitag, 11. Januar 2008
Einstimmig
hat sich die CDU-Fraktion für den baldigen Baubeginn der Synagoge
in der Hindenburgstraße nach dem Entwurf des renommierten Architekten
Manuel Herz ausgesprochen. In der Fraktionssitzung erläuterten der
Vorsitzende des Kuratoriums der jüdischen Gemeinde, Herbert Heidel,
sowie das Mitglied des Kuratoriums, Heinz Laubach, die Notwendigkeit,
dass der Stadtrat seine seit Jahren bestehende Zusage zum Bau einer Synagoge
jetzt in die Tat umsetzt. Seit Jahren sind hierfür im Vermögensplan
des städtischen Haushalts 3,6 Mio € vorgesehen. Lange Zeit bestand
die Hoffnung, dass der Bund sich zu einem Drittel an den Kosten beteiligen
werde. Trotz intensiver Verhandlungen, in die sich auch die Mainzer Bundestagsabgeordnete
Ute Granold eingeschaltet hatte, ist der Bund hierzu nicht bereit. Er
beteiligt sich jedoch durch Übernahme der Abrisskosten sowie Entgegenkommen
beim Grundstückspreis.
Nachdem das Land seine Zusage auf Übernahme von
Kosten in Höhe der Hälfte der Gesamtkosten aufgestockt hat,
sei es notwendig, dass die Stadt zu ihrer früheren Zusage stehe.
Das sei auch eine Frage der moralischen Verantwortung. Trotz äußerst
angespannter Haushaltslage sieht die CDU-Stadtratsfraktion jetzt die Chance
zur endgültigen Realisierung des Projekts und ist daher bereit, in
der Stadtratssitzung im Februar einem Nachtragshaushalt für dieses
Projekt zuzustimmen, der die Erhöhung der Mittel um 1,4 Mio. €
beinhaltet, so die Fraktionsvorsitzende der CDU, Dr. Andrea Litzenburger
(Foto rechts).
Wie
andere Synagogen in Deutschland auch, wurde die Mainzer Synagoge in der
Reichspogromnacht im November 1938 von den Nationalsozialisten in Brand
gesetzt und vollständig zerstört. In vielen großen deutschen
Städten sind zwischenzeitlich wieder Synagogen errichtet worden,
finanziert durch die Kommunen bzw. Bundesländer. Seit vielen Jahren
wächst auch wieder die jüdische Gemeinde in Mainz. Die CDU wertet
es ausdrücklich als positives Zeichen, dass Deutschland wieder so
viel Vertrauen entgegengebracht wird. Seit langem besteht der Plan, ein
jüdisches Gemeindezentrum zu errichten. Lange war die Standortfrage
offen. Anfang 2007 beschloss der Stadtrat mit großer Mehrheit den
Bebauungsplan, der Voraussetzung für die Errichtung der Synagoge
in der Hindenburgstraße ist. Die jüdische Gemeinde übernimmt
die Kosten für Ausstattung und Unterhalt des Gebäudes, was für
sie eine erhebliche Anstrengung bedeutet. Der Wiederaufbau von Mainz
ist erst abgeschlossen, wenn die Synagoge wieder steht, ergänzt
Dr. Walter Konrad (Foto links), der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion.
|