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Freiwillige Helfer aus fünf Ländern


Julia Bruhse (l.) ist eine von sieben Helfern des Internationalen Bauordens , die zur Freude von Peter Runck und der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Stella Schindler-Siegreich, bei der Sanierung anpacken.Foto: Sascha Kopp

Mitarbeiter des Internationalen Bauordens unterstützen Renovierung jüdischer Trauerhalle in Mainz

12.12.2007 - Von Julia Helmstetter, Wormser Zeitung

HORCHHEIM Es war der letzte Einsatz des Jahres für den Internationalen Bauorden mit Sitz in Horchheim, und er bot den Aktiven Bekanntes: Sie unterstützten die Renovierungsarbeiten an der jüdischen Trauerhalle in Mainz. Beim Mainzer Projekt arbeiten Freiwillige aus fünf Ländern ohne Bezahlung, sie erhalten lediglich kostenlose Verpflegung und Unterkunft. Peter Runck, Geschäftsführer des IBO, weiß aus einem früheren Projekt in Worms "die gute Zusammenarbeit" mit der jüdischen Gemeinde zu schätzen. Der Einsatz in Mainz, bei dem vor allem das Nebengebäude der 1881 errichteten Trauerhalle saniert wird, dauert etwa eine Woche. In Worms hatte der Bauorden bei der Sanierung der jüdischen Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof viele Stunden eingebracht.

Die Trauerhalle, die als einziges jüdisches Gebäude in Mainz den Nationalsozialismus unversehrt überstand, wurde bereits von außen saniert, da sie vor allem durch das undichte Dach sehr in Mitleidenschaft gezogen worden war. Runck erklärt, dass es das Ziel sei, der jüdischen Gemeinde zu helfen, mit dem Baucamp Kosten bei der sowieso schon finanziell sehr aufwändigen und langwierigen Rundumsanierung zu sparen.

Jetzt widmen sich die sieben jungen Helfer aus Deutschland, Polen, Bulgarien, Russland und Estland der alten Hausmeisterwohnung, worüber sich die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Stella Schindler-Siegreich, sehr freut. Die Freiwilligen entfernten Wand- und Deckenverkleidungen, Tapetenreste sowie kaputte Fliesenböden. Sie kümmerten sich um die Dachisolierung und errichteten eine Lattenkonstruktion, auf der die neue Decke angebracht werden kann. Außerdem verputzten und grundierten sie die Wände. Einer der jungen Helfer, Handwerker Pjotr Nawrocki aus Polen, erklärte, dass er einige Tage Zeit habe und gerne helfe. Auch die anderen sind mit vollem Elan bei der Sache. Als Dankeschön für die geleistete Arbeit lud die jüdische Gemeinde die Freiwilligen zum Chanukka-Fest ein. Das Projekt sei somit für alle ein Geben und Nehmen, so Runck.


© Jüdische Gemeinde Mainz