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Von Bach bis Auerbach

Violinistin Adomeit-Gadd beeindruckt mit Konzert in alter Synagoge

14.11.2007 - Allgemeine Zeitung

cnö. Zahlreich und mit gespannter Erwartungshaltung war das Publikum zur Matinee erschienen, zu dem die Fördervereine des Orchesters im Staatstheater Mainz und der Synagoge Mainz-Weisenau geladen hatten. Dort präsentierte sich die junge Violinistin Carolina Adomeit-Gadd mit einem anspruchsvollen Programm, dass von Bach über Ysaÿe bis Auerbach reichte.

Wie gut das teilweise eher unbekannte Programm gewählt war, zeigte sich in immer wieder auftauchenden motivischen Verknüpfungen der Stücke, sowie durch die Beziehungen zwischen den Komponisten, auf die Volker Beling einführend hinwies.

Den Einstieg bildete Bachs h-Moll Partita für Solovioline, bei der Adomeit-Gadd vor allem in dem an die Courante angeschlossenem Double durch extreme Geschwindigkeit glänzte und sich einen Extra-Applaus verdiente. Eugene Ysaÿes (1858-1931) Sonate in a-Moll folgte, dessen Motivik sich an Bachs E-Dur Partita anlehnte und somit eine Verbindung zwischen den Komponisten herstellte. Weiter integriert die Sonate das bekannte Dies-irae ("Tag des Zorns")-Motiv, welchem durch Bearbeitungen ein Teil seines Schreckens entzogen wurde. Bei der 1911 komponierten Hebräischen Melodie Joseph Archons, eine "Hommage an die osteuropäisch-jüdische Volksmusik" (Beling), wurde die Violinistin von Vera Hardt begleitet. Obwohl das dafür vorgesehene Akkordeon durch ein E-Piano ersetzt werden musste, konnte ihr harmonisches Zusammenspiel dennoch überzeugen.

Lera Auerbachs (*1973) "Ballet for a lonely violinist" war von einer düsteren Atmosphäre geprägt, für deren Ausdruck technische Raffinessen, von normalem Bogen- und pizzicato-Spiel bis zu klopfenden Rhythmen auf dem Saitenhalter sowie das Spielen der Saiten mit der Bogenstange, verwendet wurden, die Adomeit-Gadd präzise ausführte. Das aufkeimende Dies-irae-Motiv schaffte zusätzlich eine inhaltliche Verbindung zu den vorangegangenen Stücken. Fritz Kreislers vibratoreiches und Ysaÿe gewidmetes Recitativo et Scherzo-Caprice erinnerte durch die schnellen Läufe an Bachs Partita und bot einen gelungenen Abschluss.


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