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Leo-Baeck-Preis 2007 für Dr. Angela Merkel

6.11.2007 - Zentralrat der Juden in Deutschland

Foto: Angela Merkel bei der Preisverleihung
Anerkennung und Respekt für eine verdiente Politikerin: Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch gratuliert Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Leo-Baeck-Preis 2007. - Foto: Zentralrat der Juden in Deutschland

Seit 1957 verleiht der Zentralrat der Juden in Deutschland den Leo-Baeck-Preis. Er ehrt damit Menschen, die sich zum einen in herausragender Weise für die jüdische Gemeinschaft eingesetzt haben und denen es zum anderen gelungen ist, aus den dunklen Kapiteln deutscher Geschichte Lehren für die Zukunft zu ziehen. Zu den Preisträgern früherer Jahre gehören unter anderem die Bundespräsidenten a. D. Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Hubert Burda, Friede Springer und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland.

„Die jüdische Gemeinschaft hat in Angela Merkel eine verlässliche Partnerin und echte Freundin gefunden“, sagte die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, aus Anlass der Leo-Baeck-Preisverleihung 2007 an die Bundeskanzlerin. Merkel sei sich „der besonderen Verantwortung für uns und für Israel bewusst“.

Mit der seit 1957 vom Zentralrat der Juden vergebenen Auszeichnung werden die Verdienste, die sich die Bundeskanzlerin durch ihr kontinuierliches und glaubwürdiges Engagement im Bereich der Verständigung zwischen Juden und Nichtjuden, ebenso wie zwischen Deutschland und Israel, erworben hat, gewürdigt. Die Präsidentin dankte Angela Merkel (CDU) für ihre unnachgiebige Haltung gegenüber dem Antisemitismus. Die Bundeskanzlerin habe durch überzeugende Worte und engagiertes Handeln deutlich gemacht, dass die aus der deutschen Geschichte resultierende Verantwortung für sie eine Herzensangelegenheit und zugleich Wegweiser ihres politischen Handelns sei. Darüberhinaus habe die Kanzlerin in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie auch in politisch schwieriger Zeit ein verlässlicher Partner an der Seite Israels ist.

In seiner launigen und von mehrfachem Applaus unterbrochenen Laudatio sprach Liedermacher und Dicher Wolf Biermann Merkel „für ihren verblüffenden Aufstieg von des Kanzlers Ostmädchen zu Schröders Fiasko und nun zur weltweit respektierten Frau" seinen Respekt aus. Biermann bezeichnete Merkel als "gestandene Christin, promovierte FDJ-lerin und gutgelerntes Kind der DDR mit Karriere im Freiheitskrieg der Menschheit". Sie sei ihm nie wie ein Ossi vorgekommen“ und längst eine Deutsche geworden, die in keine West- oder Ostschublade reinpasse.

Bundeskanzlerin Merkel sagte in ihrer Festrede, sie werde dauerhaft dafür einstehen, "dass Rassismus und Antisemitismus in Deutschland und Europa nie wieder Fuß fassen“. Der aufrechte Gang gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus müsse als alltägliche Verpflichtung begriffen werden. "Null Toleranz für Intoleranz" müsse der Leitsatz sein. Die Kanzlerin unterstrich in ihrer Ansprache die entschiedene Haltung Deutschlands an der Seite Israels und betonte, dem Iran erneut mit Sanktionen angesichts der Bedrohung durch das iranische Nuklearprogramm zu drohen. Mit Blick auf die existentielle Gefahr für Israel, die vom Atomprogramm der Islamischen Republik ausgehe, dürften Beteuerungen einer besonderen Verantwortung Deutschlands für den jüdischen Staat keine leeren Worte bleiben, sagte die Kanzlerin weiter: „Den Worten müssen Taten folgen.“ Die Auszeichnung mit dem Leo-Baeck-Preis Preis bedeute für sie eine Verpflichtung, "heute und in Zukunft für die Sicherheit des Staates Israel und für unsere gemeinsamen Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einzutreten", sagte Merkel.

Die Preisverleihung fand am 6. November 2007 im Rahmen eines Galadinners im Berliner Hotel Adlon statt.


Die vollständigen Texte der Redebeiträge finden Sie auf der Homepage des Zentralrats.


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