SWR2 aus dem Land: Feature "Und ich höre nicht auf zu fragen"
Glanz und Elend der beiden letzten Synagogen in Mainz
Von Irina Wittmer
Die Jüdische Gemeinde Mainz gehört zu den ältesten
und traditionsreichsten in ganz Europa. Schon im Mittelalter galt die
Stadt als Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. Von den zahlreichen Synagogen,
die im Laufe der Jahrhunderte hier gebaut wurden, steht jedoch keine mehr.
1938 gab es in Mainz noch zwei große Synagogen: Die ältere
im maurischen Stil wurde 1879 eingeweiht. Hier beteten die orthodoxen
Mitglieder der jüdischen Gemeinde und pflegten traditionelle liturgische
Gesänge. Die 1912 eingeweihte Synagoge der liberalen Gemeindemitglieder
war ein monumentaler Kuppelbau - ein "Schmuck für unsere Vaterstadt",
wie es damals hieß. Nur wenige Jahre später: das Flammenmeer,
die Sprengung, die Explosion. Die Kuppel hob sich als Ganzes, alles krachte
in sich zusammen. Die Jüdische Gemeinde musste die Kosten für
die Sprengung selbst übernehmen und die Trümmerhaufen beseitigen.
Geblieben sind von beiden Gotteshäusern nichts als ein paar Fotos
- und die Erinnerungen der wenigen noch lebenden Zeitzeugen.
Sendung am Samstag, 03.11.2007, 22.03 bis 23.00 Uhr
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