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Tuch in frischem Blau


Der gebürtige Wormser Jude Gerd Spies ermöglichte die Anschaffung des neuen Tuches.
Foto: privat

Spende ermöglicht Kauf für Synagoge / Dank an ehemaligen Wormser

10.9.2007 - Von Ulrike Schäfer, Wormser Zeitung

Am Mittwoch, 12. September, ist der Vorabend zu Rosch Haschanah, dem jüdischen Neujahrstag, dem eine Reihe von hohen Festen bis hin zum Versöhnungstag Yom Kippur folgt. Aus diesem Anlass werden auch in der Wormser Synagoge der Vorhang (Parochet) zum Toraschrein (Aron ha-Qodesch) und das Tuch auf dem Lesepult (Almemor) weiß sein in der Farbe der Freude.

In der übrigen Zeit des Jahres ist in Worms die Farbe der Stoffe dunkelblau. Sie sind aus einem Samtmaterial, bestickt mit vergoldeten Lederfäden. Durch langen Gebrauch war das Tuch auf dem Almemor nun abgenutzt und verschlissen, die Buchstaben brüchig. Dies konnte nach Meinung des gebürtigen Wormser Juden Gerd Spies nicht angehen. Immer wieder macht sich der 90-Jährige darüber Gedanken, ob das religiöse Leben in seiner alten Gemeinde noch im würdigen Rahmen erfolgen kann und fragt bei der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Mainz-Worms, Stella Schindler-Siegreich, an, ob es an irgendetwas fehlt. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Gedenkkomitees der überlebenden Wormser Juden in USA überwies er nun einen Betrag, um das schadhafte Tuch zu erneuern. Schindler-Siegreich orderte ein neues Exemplar aus Beni Brak bei Tel Aviv, wo kultische Gegenstände noch in Handarbeit hergestellt werden. Nun ziert das Teil das Lesepult, auf dem während der Gottesdienste die Tora aufgerollt und verlesen wird; einer von vielen kleinen Bausteinen, mit denen der Ex-Wormser Spies das Erbe der heiligen jüdischen Gemeinde Warmaisa bewahrt und ehrt.


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