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Rosch Haschana 5768


Shimon Stein,
Botschafter Israels in Deutschland

Grußwort von von S.E. Botschafter Shimon Stein für die Zeitung der Jüdischen Gemeinde Mainz zum Jüdischen Neujahrsfest 5768.

Rosch-Haschana gehört zu den hohen Feiertagen, die in unserem Leben einen besonderen Stellenwert haben. Wir begehen das Neujahrsfest am Übergang vom Sommer zum Herbst, wenn das Bedürfnis erwacht, über das vergangene Jahr nachzudenken. Dieser alte Brauch verbindet die Generationen. In den zehn Tagen der inneren Einkehr sinnen wir über unsere Grenzen, Fehler und Schwächen nach, aber auch über unsere Fähigkeit, auf andere zuzugehen.
Der Tag des Schofarblasens reicht über die Grenzen unseres persönlichen Lebens und der Interessen Israels hinaus, das Hauptgebet umfasst die gesamte Menschheit und deren Wohlergehen. Daher bleiben wir von den aktuellen Ereignissen auch in jenen Tagen nicht unberührt. Jede Zeit, jedes Jahr stellt seine Anforderungen, denen wir uns stellen müssen und sie haben so unterschiedliche Töne wie das Schofar.

Wir nehmen Abschied von einem Jahr, das uns leider den erhofften Frieden nicht näher gebracht hat. Der zweite Libanon-Krieg, den die Hisbollah begonnen hat, und die Fortsetzung des Terrors durch die Terror-Organisationen - insbesondere durch die Hamas, die israelische Ortschaften entlang des Gaza-Streifens unter Beschuss nimmt - führt uns die Notwendigkeit vor Augen, diesen Terror zu bekämpfen. Dies muss geschehen im Rahmen der Bemühungen, Bedingungen zu schaffen, die uns erlauben werden, gemeinsam mit den gemäßigten Kräften in der Region die Vision von zwei Staaten zu realisieren. Gleichzeitig müssen wir auch im kommenden Jahr unsere Anstrengungen gemeinsam mit der Staatengemeinschaft verstärken, den Iran von seiner Absicht, Atomwaffen zu entwickeln, abzubringen. In Anbetracht der iranischen Ziele (Israel von der Landkarte zu tilgen) sind alle politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Maßnahmen gerechtfertigt.

Unsere Hoffnungen und Wünsche für das kommende Jahr sind dieselben, die wir leider schon lange und immer noch haben: endlich den erhofften Frieden in Sicherheit erlangen zu können.

Israel ist auf den Beistand der jüdischen Gemeinschaft weltweit angewiesen. Ihre Freundschaft und Solidarität stärkt Israel den Rücken. Ich wünsche der Jüdischen Gemeinde Mainz, dass sie bald in das geplante Gemeindezentrum mit der Synagoge einziehen kann, um den Bedürfnissen ihrer ständig wachsenden Gemeinde gerecht werden zu können. In diesem Zusammenhang wünsche ich der MAGENZA-Stiftung für Jüdisches Leben in Mainz viel Erfolg bei der Unterstützung dieses wichtigen Vorhabens.
Uns allen ein friedliches Rosch-Haschana-Fest!

Schana Tova!

Shimon Stein


Kurt Beck,
Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz

Grußwort von Ministerpräsident Beck aus Anlass des Rosch ha-Schanah

Liebe Bürgerinnen und liebe Bürger der Jüdischen Gemeinde Mainz,

Ihnen allen übermittle ich zum Neuen Jahr 5768 meine besten Wünsche. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Feier des Rosch ha-Schanah.

Rund vier Monate vor dem Jahreswechsel haben wir gemeinsam den runden Geburtstag unseres Landes gefeiert, denn vor 60 Jahren wurde die Verfassung durch eine Volksabstimmung angenommen und der erste Landtag gewählt. Unser Land Rheinland-Pfalz hat damals seine demokratische Legitimation erhalten.
60 Jahre nach der Gründung ist aus dem ehemaligen "Behelfsheim Rheinland-Pfalz" ein stattliches Gebäude geworden, in dem wir uns zu Hause fühlen. Zum runden Geburtstag unseres Landes danke ich der Generation unter Ihnen, die trotz entsetzlicher Erfahrungen, unter großen Entbehrungen und vielen Mühen unser Land mit aufgebaut hat. Mein Dank gilt auch den Bürgerinnen und Bürgern unter Ihnen, die in der Vergangenheit und Gegenwart dazu beigetragen haben, dass Rheinland-Pfalz heute einen geachteten Platz unter den deutschen Ländern einnimmt und in einigen Bereichen sogar führend ist.

Unser Blick muss nun auf eine gute Zukunft unseres Landes gerichtet sein. Es kommt darauf an, die vorhandene wirtschaftliche Dynamik mit sozialer Verantwortung zu verknüpfen. Das bedeutet auch: Jede und jeder in unserem Land - gleich welcher sozialen Herkunft - muss die Chance erhalten, am gemeinsam erarbeiteten Wohlstand teilzuhaben. Wir dürfen keinen am Wegrand zurücklassen. Deshalb stehen Bildung und Ausbildung im Zentrum unserer Politik. Wir haben allen Grund, unsere Herausforderungen gemeinsam mit Mut und Optimismus anzugehen. Die Aufbaugeneration kann uns dabei als Vorbild dienen. Ich werde auch zukünftig meine ganze Kraft einsetzen, damit Rheinland-Pfalz eine Spitzenposition in Deutschland einnimmt.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, das Neujahrsfest ist auch ein Anlass für mich, Ihnen allen für das religiöse, soziale und kulturelle Miteinander in der Landeshauptstadt zu danken. Mit meinem Dank verbinde ich die Bitte, auch im neuen Jahr möglichst viele Begegnungen anzuregen, damit viele ihr Wissen mehren und noch vorhandene Vorurteile beseitigen. Lassen Sie uns weiter nach dem Leitsatz handeln: Wir wollen nicht vergessen, aber gemeinsam an einer guten Zukunft bauen.

Ihnen allen wünsche ich eine gute Zukunft voller Gesundheit, Glück und Zufriedenheit. Schana Tova!

Ihr

Kurt Beck
Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz


Jens Beutel,
Oberbürgermeister von Mainz

Grußwort des Mainzer Oberbürgermeisters Jens Beutel

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns, das für das jüdische Leben in Mainz vielfältige neue Impulse mit sich gebracht hat.

Besonders gefreut habe ich mich über die Gründung der Magenza-Stiftung, für die ich gerne gemeinsam mit Ministerpräsident Kurt Beck die Schirmherrschaft übernommen habe.

Die Magenza-Stiftung soll dazu beitragen, die große Tradition der weltweit bekannten Jüdischen Gemeinde Mainz zu bewahren, auf die wir sehr stolz sind. Die geplante neue Synagoge und das Gemeindezentrum sind dabei von besonderer Bedeutung für die Stadt Mainz: als sichtbares und deutliches Zeichen für die Wiederentstehung jüdischen Lebens an diesem historischen Ort der Zerstörung.

Mit der Gründung der Magenza-Stiftung sind wir auf einem guten Weg, die Entwürfe umzusetzen und mit dem Neubau ein Zuhause für die Jüdische Gemeinde zu schaffen, das ihren aktuellen Aufgaben und ihren historischen Wurzeln würdig ist und das jüdische Leben noch stärker in Mainz verankern wird.

Das ist für die Stadt Mainz, dies möchte ich nochmals ausdrücklich betonen, auch und gerade eine Frage von Moral und historischer Verantwortung. Über den finanziellen Beitrag hinaus, den wir leisten, werden wir deshalb auch weiterhin die Magenza-Stiftung in jeder uns möglichen Form unterstützen, zum Beispiel wenn es darum geht, für ihre Belange und für eine Unterstützung ihrer Aktivitäten zu werben.

Um die neue Synagoge verwirklichen zu können, ist es nötig, dass alle beteiligten Kräfte an einem Strang ziehen und dass es neben der Unterstützung durch den Bund und durch das Land ein breites Bürgerengagement für den Neubau gibt, das die Verankerung des Projekts in der Mainzer Bürgerschaft deutlich macht.

Es ist mir deshalb ein Anliegen, den Gründungsstifterinnen und - stiftern, die hier ein wichtiges Signal gesetzt haben, an dieser Stelle noch einmal zu danken. Ich begrüße es, dass wir mit Herrn Kuroszczyk und Herrn Kopf zwei Vorstände gewinnen konnten, bei denen sich die Stiftung in guten Händen befindet, und bin zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, noch viele weitere Stifter und Unterstützer für dieses Projekt zu gewinnen.

Ich freue mich ganz in diesem Sinne auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit, hier wie auch in anderen Bereichen des städtischen Lebens, und danke der Jüdischen Gemeinde für ihr großes Engagement in Mainz.

Ein herzliches Schana Towa!

Jens Beutel
Oberbürgermeister


Karl Kardinal Lehmann,
Bischof von Mainz

Grußwort des Bischofs von Mainz, S.E. Karl Kardinal Lehmann

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Meinen Gruß zum Jüdischen Neujahrsfest schreibe ich in diesem Jahr in dankbarer und reicher Erinnerung an die Pilgerreise des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz im März nach Israel. Wir kamen dabei nicht nur mit den heiligen Stätten, den geschichtlichen Zeugnissen, in Berührung, sondern haben die heilbringende Gegenwart Gottes auch in unserer Zeit erfahren.

Ebenso wichtig wie der Besuch heiliger Stätten waren für uns die Begegnungen und das Gespräch mit den Menschen vor Ort und der Besuch von sozialen Einrichtungen und Schulen.
Wir haben erfahren können, dass es im Heiligen Land eine sehr vitale katholische Kirche gibt, die sich nicht nur durch ihr gottesdienstliches Leben, sondern auch durch ihre soziale Arbeit auszeichnet. Wir hatten eine gute Begegnung mit Shimon Peres, dem damaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten des Staates Israel.

Eine der wichtigsten Stationen unserer Reise war der Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Für uns alle war dies ein bewegender und auch erschütternder Moment. Wir haben an diesem Ort unterstrichen, dass es für alle Deutschen - letztlich auch für die ganze Menschheit - unerlässlich bleibt, sich dem Völkermord an den Juden auch in Gegenwart und Zukunft zu stellen. Dies habe ich auch in meiner Eintragung in das Gedenkbuch zum Ausdruck bringen wollen: "Niemand kann frei sein, der frei sein will vom Gedenken an die Shoah." Vor diesem Hintergrund bin ich besonders dankbar für den herzlichen Willkommensgruß des aschkenasischen Oberrabbiners von Israel, Yona Metzger, der eine Delegation in Jerusalem empfangen hat. Dies zeigt, dass wir in den vergangenen Jahrzehnten neue Kapitel des christlich-jüdischen Dialogs haben aufschlagen können.

So wünsche ich Ihnen und uns allen mit den jüdischen Grußworten "Shana Tova!" und "Shalom!" weiterhin viele Begegnungen auf unterschiedlichen Ebenen und den Frieden des guten Miteinanders in einem gesegneten Neuen Jahr!

Ihr

Karl Kardinal Lehmann
Bischof von Mainz


Dekan Jens Böhm,
Evangelisches Dekanat Mainz

Im Namen der Evangelischen Kirche in Mainz grüße ich Sie herzlich zum Neujahrsfest Rosch Ha schana. An diesem Tag, der der Besinnung über Vergangenes dient, um daran Neues auszurichten, danke ich Ihnen für das gute und vertrauensvolle Miteinander hier in Mainz und freue mich auf die Kontakte und gemeinsamen Aktionen in Ihrem Jahr 5768.

Ich freue mich, dass mit der konstituierenden Sitzung des Beirates der Stiftung "MAGENZA - Stiftung für Jüdisches Leben in Mainz" ein weiteres Zeichen gesetzt wurde, damit die Jüdische Gemeinde wieder einen Schritt weiter gehen kann, um ein Stück Kultur und Identität dieser alten und schönen Stadt am Rhein zurück zu geben.

Wie schön wäre es, wenn die Mainzer Silhouette neben der Christuskirche und dem Dom wieder um eine Synagoge komplettiert werden könnte und die alte Achse zwischen Jüdischer Gemeinde und katholischen und evangelischen Christen wieder unser Stadtbild prägt. Gerade die jüngst in München eingeweihte Synagoge und das zugehörige Zentrum sind ein gelungenes Zeichen der Rückkehr in die Mitte der Stadt und das Leben, ohne jedoch dabei die tiefen Narben der Vergangenheit zu übergehen.

Ganz im Sinne der biblischen Losung "Suchet der Stadt Bestes" möchten wir Sie beim Bau der Synagoge unterstützen, um so miteinander ein tolerantes und am religiösen Dialog interessiertes Mainz mit zugestalten.

Solche Orte und Aktionen gibt es bereits! Wir wissen und schätzen die hohe Leistung der Jüdischen Gemeinde für die Integration der aus Russland stammenden Gemeindemitglieder, erinnern uns an die Treffen und Vorträge in der Weisenauer Synagoge, die beachtenswerten Reden und Beiträgen von Rabbiner Leo Trepp an vielen Orten in unserer Stadt.

Im Namen der Evangelischen Kirche und des Evangelischen Dekanates in Mainz grüße ich Sie herzlich an der Jahreswende zum Jahr 5768 mit dem Zitat aus Jeremia 29, 7: Suchet der Stadt Bestes, und betet für sie, denn wenn's ihr wohl geht, so geht's auch euch wohl." In diesem Sinne: schana tova!

Dekan Jens Böhm
Evangelisches Dekanat Mainz

 


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