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![]() Manuel Herz |
1999 hat Manuel Herz den Architektenwettbewerb für den Neubau der Synagoge in Mainz gewonnen. Der renommierte Kölner Architekt, der heute unter anderem in Zürich und Harvard lehrt, hofft darauf, dass sein Entwurf nun verwirklicht wird.
Was bedeutet der Neubau der Synagoge für Sie?
Herz: Der Wettbewerb war ja nun schon vor neun Jahren, und ich
war damals noch ein junger Architekt. Trotzdem ist dieses Mainzer Projekt
für mich immer etwas Besonderes geblieben. Dieses Projekt zu verwirklichen,
ist bis heute mein Traum. Und die Signale sind ja nun sehr positiv.
Warum ist Ihnen die Mainzer Synagoge so wichtig?
Herz: Mainz war in früheren Jahrhunderten eine der bedeutendsten
Städte für das europäische Judentum. Hier war auch ein
wichtiges Zentrum der jüdischen Lehre und Schriftauslegung. Mein
architektonischer Entwurf soll diese historische Bedeutung sichtbar machen,
die Synagoge soll wieder Aufmerksamkeit im Stadtbild erregen.
Die Architektur ist aber bewusst nicht historisierend. Denn sie soll ja
den Bedürfnissen der heutigen Jüdischen Gemeinde Rechnung tragen.
Und dieses neue Gemeindezentrum soll Teil des öffentlichen Lebens
in Mainz sein, ein Magnet für die Bevölkerung.
Wie spiegelt sich das im Baukörper wider?
Herz: Er öffnet sich nach außen und legt sich mit einer
schützenden Bewegung nach innen - um die eigentlichen Synagogenräume.
Auffallend ist natürlich die Außenfassade mit ihrer Oberfläche
aus geriffelter grün-blauer Keramik, eine Fassade, die mit den Perspektiven
spielt.
Glauben Sie, dass sich Ihr Traum im nächsten Jahr
erfüllt, haben Sie Platz im Terminkalender frei gehalten?
Herz: Ich würde mich sehr freuen, wenn mein Traum wahr würde
- und dann werde ich in jedem Fall Zeit haben, nach Mainz zu kommen.
Das Gespräch führte Monika Paul