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"Das Ungeheuere fühlbar machen"

In Veranstaltungen wird in der kommenden Woche der Opfer des Nationalsozialismus gedacht

20.1.2007 - Von Bernd Funke, Allgemeine Zeitung


"Zeitzeugnisse" heißt die Ausstellung der "Bilder vom Ende und vom Anfang", die noch bis zum 16. Februar im Rathausfoyer zu sehen sind.
Der Maler Ewald Meyer (1911-2003) drückt in ihnen Erlebtes aus.
Foto: Sascha Kopp

Auch in diesem Jahr wird am 27. Januar wieder der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Eine Vortragsveranstaltung zeigt bereits am Montag, 22. Januar, ab 19 Uhr im Wappensaal des Landtags "Lebensbilder von Gegnern des NS-Regimes aus Rheinland-Pfalz" auf. Erinnert wird dabei an Dr. Ernst Biesten, Hans Eiden, den letzten Lagerältesten von Buchenwald, Ludwig Schwamb, und Jakob Steffan.

Am eigentlichen Gedenktag, am Samstag, 27. Januar, findet um 10 Uhr im Plenarsaal des Landtags eine Gedenksitzung als zentrale Gedenkveranstaltung des Landes mit Abgeordneten, Regierungsmitgliedern und geladenen Gästen statt. Im Mittelpunkt der Gedenksitzung steht der Vortrag des Zeitzeugen Dr. Heinz Kahn, der als einziger seiner Familie den Holocaust überlebte. Musikalisch wird die Veranstaltung von der Sinti-Familie Daweli Reinhardt mitgestaltet.

Insgesamt bieten Landtag, Landesregierung, Stadt Mainz und rund dreißig weitere Initiativen und Organisationen landesweit über 30 Gedenkveranstaltungen an. Sie sind in Broschüre erläutert, die kostenlos beim Landtag Rheinland-Pfalz unter der Telefonnummer 2082496 angefordert werden kann. Der Inhalt kann auch über die Internet-Seiten des Landtags eingesehen werden.

Mit Meditationen zu den Kirchenfenstern in St. Stefan erinnert Monsignore Klaus Mayer an den jüdischen Maler Marc Chagall. Mit der Ausstellung "Kennst Du das Land, wo man Bücher...?" zeichnet die Israel-AG am Theresianum die Schicksale von Erich Kästner sowie Marcel Reich-Ranicki und seiner Frau Teofila nach. Ebenfalls im Theresianum wird Dr. Irit Wyrobnik über de Notwendigkeit und Schwierigkeiten sprechen, den Holocaust durch Symbolfiguren wie etwa Anne Frank zu vermitteln. Schülerinnen und Schüler sind es auch, die mit ihren Lehrern den Spuren jüdischen Lebens und jüdischer Schicksale in der Neustadt bei einem "Weg des Gedenkens und der Besinnung" nachgehen wollen.

Neben zahlreichen anderen Ereignissen ist es die Veranstaltung der Jüdischen Gemeinde am 27. Januar, die besondere Aufmerksamkeit verdient. Mit Lyrik und Prosa von NS-Opfern ("Abel, steh auf!") will sie "das Ungeheuere des Mordes an den europäischen Juden wieder fühlbar machen".

siehe: www.landtag.rlp.de


© Jüdische Gemeinde Mainz