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Lichterfest erinnert an Ölwunder

Jüdische Gemeinde feiert Chanukka in Finthen

10.1.2007 - Allgemeine Zeitung

un. FINTHEN - Das jüdische Chanukka-Fest, auch Lichterfest genannt, ist ein fröhliches Fest und geht auf das Jahr 167 vor unserer Zeitrechnung zurück. Am 25. Kislew (Mitte Dezember) jenes Jahres wurde der zweite Tempel in Jerusalem durch Juda Makkabi und seine Brüder von den griechischen und hellenistischen "Götzenanbetern" zurückerobert und gereinigt. Hierbei fand man ein Fläschchen Öl, welches normalerweise nur für einen Tag reichte, aber es geschah ein Wunder und es reichte für acht Tage. Dieses Ereignisses gedenken die Juden in jedem Jahr während des Chanukka-Festes.

Schon zum wiederholten Male fand das Chanukka-Fest der jüdischen Gemeinde Mainz im Finther Bürgerhaus statt, an dem auch eine Reihe von Mainzer Persönlichkeiten teilnahm. Rabbiner Erlich Eli sprach die einführenden Gebete und der kleine André Dabrowski zündete den "Chanukka-Leuchter" an. Der Leuchter hat neun Arme, wobei die Lichter auf acht Armen nach jüdischem Verständnis an das Wunder von damals erinnern und der neunte Arm dem "Schammes" (Diener) vorbehalten ist, mit dem die einzelnen Lichter angezündet werden.

Das Fest wird acht Tage lang gefeiert und an jedem Tag ein neues Licht angezündet. Am 16. Dezember war es das dritte Licht. Stella Schindler-Siegreich, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mainz erinnerte an die Ursprünge des Festes. Ihre Ansprache wurde simultan ins Russische übersetzt, wobei es zu einigen Übersetzungsschwierigkeiten kam, weil der Übersetzer die Bedeutung einiger deutscher Wörter nicht verstand. Auch die weiteren Ansprachen wurden sowohl in Deutsch als auch in Russisch geführt, da der überwiegende Anteil der Gäste russisch sprach. Mit dem Lied "Gib uns bitte Licht" ging der offizielle Teil zu Ende.

Anschließend gab es Gesangseinlagen von Erwachsenen und Kinderchören. Das Menü war reichhaltig und sehr ölig-fettig - Kartoffelpuffer mit Lachs, Quarkbällchen, Kreppel mit Pflaumenmus, Petersfisch - was wiederum auf den wundersamen Ölfund zurückzuführen ist. Weil Speisen und Getränke koscher sein mussten, lag die "Messlatte" in der Küche des Bürgerhaus-Wirtsehepaars Becker sehr hoch. Die Speisezubereitung unterlag strengen Regeln und der Wein kam direkt aus Israel.


© Jüdische Gemeinde Mainz