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Erinnerung mit Fest des Lichts


Beim Anzünden der Chanukka-Kerze mit dem "Diener" wurde Rabbiner Eli Erlich (Mitte) auch vom jungen André Dabrowski unterstützt.
Foto: hbz/Alexander Sell

Jüdische Gemeinde feiert Chanukka

19.12.2006 - von Martin Herzer, Allgemeine Zeitung

Die jüdische Gemeinde Mainz hat das Chanukka-Fest gefeiert. 230 der rund 1 100 Gemeindemitglieder aus Mainz, Worms und Rheinhessen kamen zu diesem Zweck im Finther Bürgerhaus zusammen. "Chanukka ist das Fest des Wunders und des Lichts", erklärte Rabbiner Eli Erlich. "Chanukka beginnt am 25. Tag des jüdischen Monats Kislew - im November/Dezember - und dauert acht Tage", so Erlich.

Wunder im TempelDie Feierlichkeiten erinnern an die Wiedereinweihung des jüdischen Tempels in Jerusalem nach den Makkabäeraufstand der Juden Palästinas im Jahre 164 vor Christus. Laut der Überlieferung fand sich damals nur eine kleine Flasche Öl, aus der aber - wie durch ein Wunder - das Licht im Tempel acht Tage lang gespeist werden konnte, bis neues, geweihtes Öl hergestellt war. Daher hat auch der Chanukka- Leuchter acht Arme und Kerzen, von denen die Juden jeden Tag eine mehr anzünden - bis schließlich alle Lichter brennen. "Um an das Wunder mit dem Öl zu erinnern, essen wir während der acht Tage vor allem in Öl gebackene Speisen wie Krapfen", sagte Erlich.

Ein wichtiger Teil des Festes ist der gemeinsame Gesang, der auch auf der Chanukka-Feier der Mainzer Gemeinde nicht zu kurz kam. Sonst ist Chanukka in der jüdischen Welt ein eher häusliches Fest, bei dem sich Familien und Freunde treffen. Kinder erhalten Süßigkeiten und Geschenke.

"Vor allem die Jungen und Jüngsten sind in unser Channuka-Fest eingebunden", erläuterte Stella Schindler-Siegreich, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mainz.

Für ZusammenlebenAufgabe der Gemeinde sei die religiöse, kulturelle und soziale Betreuung ihrer Mitglieder in allen Bereichen des jüdischen Lebens. Und das ist nicht immer leicht: "Über 90 Prozent unserer Gemeindemitglieder stammen aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Da treffen oft ganz verschiedene Lebenswelten aufeinander, und die sprachliche Kommunikation ist schwer", weiß die Vorsitzende. Aber man arbeite zusammen und mit viel Verständnis für einander. Gemeinsame Feierlichkeiten wie Chanukka sind für die Gemeindevorsitzende gute Gelegenheiten, um das Zusammenleben der Gemeindemitglieder zu verbessern.


© Jüdische Gemeinde Mainz