Stiftung für Bau einer Synagoge
Gründer spendeten 70 000 Euro - Urkunde in Räumen
der jüdischen Gemeinde unterzeichnet - Beck und Beutel Schirmherren
9.12.06 - Mainzer Rhein-Zeitung
Die Magenza-Stiftung will sich für den Bau und den
Erhalt einer neuen Synagoge in der Mainzer Neustadt einsetzen. Mit dem
Gotteshaus will die Gemeinde an die lange jüdische Tradition der
Landeshauptstadt anknüpfen.
Bereits vor dem Chanukka-Fest, das die Wiedereinweihung
des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem feiert, hatte die jüdische
Gemeinde allen Grund zu feiern. Mit der Gründung der Stiftung Magenza
ist sie ihrem Traum nach einem repräsentativem Gotteshaus ein Stückchen
näher gekommen. Die Stiftung geht auf die Initiative des Vereins
"Eine neue Synagoge für Mainz" zurück, der sich seit
Jahren dafür einsetzt, dass die rund 1050 Mitglieder der Gemeinde
wieder eine Synagoge und ein Gemeindezentrum erhalten. Magenza ist der
jüdische Name für Mainz im Mittelalter.
Die Gemeinde ist mit ihrem Wunsch nach einer Synagoge
nicht allein: 29 Bürger aus Mainz und Umgebung gehören zu den
Gründungsstiftern, die in den Räumen der jüdischen Gemeinde
die Stiftungsurkunde unterschrieben. Sie haben bereits 70 000 Euro gespendet.
Schirmherren sind Ministerpräsident Kurt Beck und Oberbürgermeister
Jens Beutel. Die Verwaltungsratsmitglieder stammen aus Politik, Kultur
und der jüdischen Gemeinde.
Mainz zählte bis ins 20. Jahrhundert gemeinsam mit
Speyer und Worms zu den herausragenden Orten jüdischer Gelehrsamkeit.
Bis zu ihrer Zerstörung 1938 durch die Nationalsozialisten war das
Wahrzeichen der Gemeinde die Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße.
"Die Synagoge gehörte neben dem Dom und der Christuskirche untrennbar
zur geistigen, religiösen und kulturellen Silhouette der Stadt Mainz",
sagte Oberbürgermeister Jens Beutel. Er versicherte, dass die Stadt
trotz knapper Haushaltslage zu ihrem Wort stehen und 3,5 Millionen Euro
für den Bau der Synagoge zur Verfügung stellen wird. Die restlichen
Baukosten würden sich das Land und die jüdische Gemeinde teilen.
Die Idee für den Bau einer neuen Synagoge besteht
seit 1996. Der von der Gemeinde bevorzugte Entwurf des Kölner Architekten
Manuel Herz soll an das jüdische Museum in Berlin erinnern und rund
elf Millionen Euro kosten.
Julia Schäfer
Infos bei Gerhard Kopf, Telefonnummer 06131/ 204 780
oder bei Irina Wittmer, Telefon 06131/472778
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