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Ausstellung über Synagogen-Bau


Professor Harmen Thies mit einem der 16 Synagogen-Modelle, die in einer Ausstellung zu sehen sind.
Foto: Sascha Kopp

Modelle aus verschiedenen Epochen

10.11.2006 - Von Martin Recktenwald, Allgemeine Zeitung

Die Baugeschichte der Synagogen in Deutschland kann der Besucher bei einer Ausstellung im Foyer der "Westdeutschen ImmobilienBank" kennen lernen. 16 Modelle zeigen Rekonstruktionen von Synagogenbauten aus verschiedenen Epochen.

Die meisten der Bauwerke wurden am 9. November 1933 in der Reichspogromnacht zerstört. So steht von der Essener Synagoge heute nur noch die Außenhülle - eine Gedenkstätte wurde dort eingerichtet. Auch das große jüdische Gotteshaus in der Mainzer Hindenburgstraße fiel dem Terror der Nazis zum Opfer. Diese und weitere Mainzer Synagogen sind als Bilddokumente in die Ausstellung integriert. "Viele Synagogen wurden über die Jahrhunderte aber auch umgenutzt und nicht selten zu Wohnhäusern umgebaut", erläutert Dr. Ulrich Knufinke, einer der Organisatoren der Ausstellung. Der Fachbereich Architektur an der Technischen Universität Braunschweig hat die Wanderausstellung mit Unterstützung des Zentralrates der Juden in Deutschland konzipiert.

"Der Zentralrat möchte den wachsenden jüdischen Gemeinden Gelegenheit geben, die eigene Kultur- und Baugeschichte kennenzulernen", sagt Professor Harmen Thies von der TU Braunschweig. Für die Universität begann die Beschäftigung mit den Synagogen 1994. Gemeinsam mit dem "Center for Jewish Art" an der hebräischen Universität Jerusalem machte man sich daran, die Geschichte der Synagogen in Deutschland zu dokumentieren. "Die Modelle entstanden später aus Arbeiten unserer Studierenden", erklärt Knufinke. Anhand der unterschiedlichen Baustile lassen sich oft auch gesellschaftliche Themen aus der Entstehungszeit ablesen. Im Mittelalter und im Barock waren die meisten jüdischen Gotteshäuser in Hinterhöfen zu finden. Erst im 19. Jahrhundert begann man verstärkt nach außen hin sichtbar zu bauen.

Ausstellung bis Donnerstag, 30. November


© Jüdische Gemeinde Mainz