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Gedenken an die Pogromnacht

Ausstellungen erinnern an 9. November 1938

8.11.06 - Allgemeine Zeitung

mer. Das Gedenken an die Reichspogromnacht, als die Nationalsozialisten am 9. November 1938 Synagogen in Brand steckten, halten in Mainz mehrere Veranstaltungen wach.

Am Donnerstag, 9. November, lädt die Jüdische Gemeinde Mainz um 14 Uhr zum Standort der ehemaligen Synagoge in der Hindenburgstraße (Ecke Josefsstraße), um dort der Zerstörung der Gotteshäuser vor 68 Jahren zu gedenken. Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD), die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Stella Schindler-Siegreich und der Wiesbadener Rabbiner Avraham Nussbaum werden die Gedenkstunde begleiten.

In der Galerie der Mainzer Volksbank (MVB) eröffnet Kulturdezernent Peter Krawietz (CDU) bereits um 11 Uhr eine Ausstellung des Künstlers Otmar Alt, bei der ein Querschnitt seines Schaffens aus 40 Jahren - darunter Gemälde, Radierungen und Lithografien - zu sehen ist. Der Erlös des Verkaufs der Kunstwerke, deren Preise sich nach Angaben der Jüdischen Gemeinde zwischen einem und 20 000 Euro bewegen, will der Künstler für den Bau der geplanten neuen Synagoge in der Hindenburgstraße zur Verfügung stellen.

Am Donnerstag um 18 Uhr wird die Ausstellung "...Und ich wurde ihnen zu einem kleinen Heiligtum... - Synagogen in Deutschland" in der Westdeutschen Immobilien Bank in der Großen Bleiche 46 eröffnet. Bis 30. November (montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr) sind dort rund 20 Architekturmodelle von zerstörten Synagogen zu sehen. Prof. Dr. Harmen Thies von der Forschungsstelle Bet Tfila an der Technischen Universität Braunschweig wird neben anderen Experten in die Ausstellung einführen, Staatssekretär Joachim Hofmann-Göttig, Beutel und Stella Schindler-Siegreich halten Reden.

Beutel und Krawietz erinnern mit der Enthüllung einer vom "Verein für soziale Demokratie" gestifteten Gedenkstele am Donnerstag um 15 Uhr am Adenauer-Ufer vor dem Rathaus an die Bücherverbrennungen in Mainz vom 23. Juni 1933, deren Flammen viele Werke zum Opfer fielen, deren Inhalte verfemt waren, da sie der Ideologie der NS-Machthaber nicht entsprachen. Studentische Handlanger des NS-Regimes hatten auch in Mainz einen Fackelzug zur Verbrennung literarischer Werke organisiert. Die Bücherverbrennung fand auf dem ehemaligen "Halleplatz" statt, der damals im Bereich des heutigen Jockel-Fuchs-Platzes angesiedelt war.


© Jüdische Gemeinde Mainz