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"Epstein hat Spuren hinterlassen"

18.10.06 - Allgemeine Zeitung

red. "Esther und Alfred Epstein sel.A. gehören zu den Menschen, die wichtige Weichen im Verhältnis von jüdischen und nichtjüdischen Menschen in der Stadt Mainz gestellt und viele positive Spuren ihres Wirkens hinterlassen haben. Dazu hat vor allem ihr Kurs der bewussten Öffnung der Gemeinde nach außen beigetragen." Mit diesen Worten würdigt Oberbürgermeister Jens Beutel die frühere Geschäftsführerin und spätere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, die am Samstag im Alter von 82 Jahren starb (wir berichteten).

"Alfred Epsteins Heimkehr nach Mainz und seine Jahre als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde waren ebenso ein Glücksfall für Mainz, die Mainzer und die Jüdische Gemeinde, wie die Übernahme der Geschäftsführung der Gemeinde durch Esther Epstein 1964 und ihre Wahl als erste Frau in Deutschland zur Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde 1996", führte Beutel weiter aus, der unter anderem ihren Einsatz für eine neue Synagoge in Mainz hervorhob.

Die Geschichte des jüdischen Mainz bleibe eng verknüpft mit Esther Epstein, der 1998 das Älteste Stadtsiegel in Silber verliehen worden war.

Zum Tod von Esther Epstein


Esther Epstein sel.A.

16.10.2006 - Von Anton Maria Keim, Allgemeine Zeitung

In den Abendstunden des vergangenen Samstag ist in Mainz im 83. Lebensjahr Esther Epstein sel.A. verstorben. Juden und Christen in unserer Stadt haben Grund, ihrer ehrend zu gedenken. 1960 kam die gebürtige Banaterin mit ihrem Mann Alfred Epstein, den sie in der Emigration geheiratet hatte, ins zerstörte Mainz. Alfred Epstein, aus einer hoch angesehenen Familie des Mainzer jüdischen Bürgertums stammend, half in der Heimatstadt, die kleine überlebende jüdische Gemeinschaft zu stabilisieren und wieder aufzubauen. Esther Epstein brachte sich ein als langjährige Geschäftsführerin der Gemeinde, war eine Reihe von Jahren erste Vorsitzende dieser Gemeinde. Aus der "Gemeinde auf Abruf" wurde in ihrer Zeit eine stetig wachsende, hoch angesehene Gemeinde von über tausend Mitgliedern. Diesem Aufbruch der neunziger Jahre gab Esther Epstein ein demonstratives Ziel: Am Rande der letzten Begegnungswoche Mainzer Juden initiierte sie ein Kuratorium zur Förderung eines jüdischen Gemeindezentrums und einer neuen Synagoge. Esther Epsteins Verdienste - auch im Rundfunkrat des SWR und in vielen anderen Gremien - um Geschichte und Zukunft und öffentliche Darstellung jüdischer Präsenz in Mainz wurden vielfach gewürdigt. Oberbürgermeister Beutel zeichnete sie zu ihrem 75. Geburtstag mit dem ältesten Stadtsiegel in Silber aus, nannte sie einen Glücksfall für Mainz und Magenza.


© Jüdische Gemeinde Mainz