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"Ein Geschenk des Himmels"

Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt Sanierung der Jüdischen Trauerhalle


Über den Fortschritt bei der Sanierung der Trauerhalle freuen sich (von links) Dr. Joachim Glatz (Landesamt für Denkmalpflege), Erika Friderichs (Stiftung Denkmalschutz), Thomas Stahlheber (Architekt), Stella Schindler-Siegreich (Jüdische Gemeinde Mainz) und Hartmut Fischer (städtische Denkmalpflege).
Foto: hbz/Michael Bahr

13.9.2006 - Von Maike Hessedenz

Die Innensanierung der Jüdischen Trauerhalle schreitet voran: Denn mit dem Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, den Erika Friderichs, die Mainzer Ortskuratorin der Stiftung, gestern an die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Stella Schindler-Siegreich, überreichte, können Sanierungsarbeiten im Wert von 50000 Euro finanziert werden.

Seit 2005 laufen die Arbeiten an der 1881 erbauten Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof: Das Aluminium-Dach, das das nicht mehr reparable Zinkblechdach ersetzt, ist inzwischen fertig, die Laterne ist neu verglast, der Davidstern leuchtet wieder vergoldet auf dem Dach. Die 50000 Euro von der Stiftung Denkmalschutz seien für die Fassade, die Fenster, die Decken und Inneres bestimmt, heißt es in dem Vertrag.

Insgesamt 880000 Euro soll die Gesamtbaumaßnahme kosten, 70000 Euro will die Jüdische Gemeinde selbst tragen. "Auch die Stadt wird das Projekt weiterhin finanziell unterstützen", sagte Hartmut Fischer, Stadtverwaltungsdirektor im Denkmal- und Sanierungsamt, bei der Übergabe zu.

Wichtig sei ebenfalls, dass die Trauerhalle nun, nachdem das Buschwerk entfernt sei, auch "visuell wieder erlebbar" sei, freute sich Fischer. Wie "aus dem Dornröschenschlaf erweckt", erscheine das Gebäude, das nun von der Unteren Zahlbacher Straße aus wieder gut sichtbar sei. Dies sei umso wichtiger, da die Trauerhalle, die von ihren Formen her an den Orient erinnere, auch in der Architekturgeschichte ein wichtiger Bau sei.

Nächstes großes Ziel ist die Finanzierung der acht Zwiebeltürme, die jeweils etwa 16 000 Euro kosten und wieder auf dem Dach der Halle angebracht werden sollen. Hierzu werde im Herbst eine Spendenaktion ins Leben gerufen, kündigte Joachim Glatz vom Landesamt für Denkmalpflege an. In etwa ein bis zwei Jahren könne die Trauerhalle, die vor und nach dem Krieg stets genutzt wurde, komplett fertiggestellt sein. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, sei die Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz da ein "Geschenk des Himmels", so Joachim Glatz.


© Jüdische Gemeinde Mainz