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Wunschtermin für Baustart ist 2008

Doch hinter Finanzierung der Synagoge stehen immer noch Fragezeichen


Das Synagogen-Modell des Kölner Architekten Manuel Herz.
Es soll am ehemaligen Standort der in der Reichspogromnacht 1938 völlig zerstörten Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße verwirklicht werden.
Foto: Sascha Kopp

13.9.2006 - Von Michael Heinze, Allgemeine Zeitung

Die Finanzierungsfrage ist noch nicht gelöst. Dennoch gibt sich die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, Stella Schindler-Siegreich, optimistisch, dass der geplante Bau des neuen Gemeindezentrums am Standort der ehemaligen Hauptsynagoge in der Hindenburgstraße 44 zumindest mittelfristig realisiert wird.

"Ich würde mir wünschen, dass spätestens 2008 der Grundstein gelegt werden kann", sagte Schindler-Siegreich der AZ gestern am Rande einer Veranstaltung der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus mit dem Titel "Jüdisches Leben in Mainz heute". Momentan steht auf dem 2 500 Quadratmeter großen Grundstück in der Neustadt das alte Zollamt. Pläne für ein neues jüdisches Gemeindezentrum existieren seit zehn Jahren. Den Architektenwettbewerb gewann 1999 der Kölner Manuel Herz.

"Unsere Gemeinde zählt 1 050 Mitglieder, 900 davon kommen direkt aus Mainz", erläuterte Schindler-Siegreich. "Für diese große Zahl sind unsere Räume in der Forsterstraße sehr klein geworden." Die aktuelle Synagoge fasse gerade mal 100 Menschen. "An den großen Feiertagen haben aber mehr als 100 Leute das Bedürfnis, in die Synagoge zu gehen." Auch im Büro herrschten beengte Verhältnisse. "Wir haben sehr große Probleme und hoffen, dass das Projekt in den nächsten Jahren in Erfüllung geht." Mit der Stadt und dem Land habe man bereits Gespräche geführt. Besonders schwierig gestalten sich nach AZ-Informationen die Verhandlungen mit dem Bund, dem das Grundstück in der Hindenburgstraße gehört.

"Ich will, dass Mainz wieder eine Synagoge hat und bin jederzeit bereit, das Ansinnen der Jüdischen Gemeinde zu unterstützen", betonte der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann. Aus politischen Erwägungen könne er dies aber nur tun, "wenn man mich darum bittet". Klar sei, dass die Stadt für den Neubau "nicht vorhandenes Geld dennoch zur Verfügung stellen" werde. Es gebe in ihrem Haushalt einen speziellen Posten dafür, den niemand anzutasten wage.

Klar sei aber auch, dass der Bund die betreffende Fläche nicht verschenken werde. "Weil er sie nicht verschenken darf. Aber ich bin mir ganz sicher, dass es Chancen gibt, mit dem Finanzminister eine Lösung zu finden, die Verbilligungstatbestände mit einbezieht." Auf Grund der historischen Bedeutsamkeit, so Hartmann, werde der Bund "bemüht sein, auf mögliche Einnahmen zu verzichten".

Die Jüdische Gemeinde hatte das Areal einst für 60 000 Mark an die Stadt veräußert, die es dann an den Bund weiterverkaufte. Heute hat das Grundstück dem Vernehmen nach einen Wert von drei bis vier Millionen Euro. "Wir sind auf einem guten Weg, was die Drittel-Finanzierung angeht", urteilte der frühere Kulturdezernent Dr. Anton Maria Keim. "Die Stadt hat sehr früh ja gesagt, das Land hat erst etwas gezögert, aber das ist jetzt in trockenen Tüchern. Der Bund ist der Hauptknackpunkt."


© Jüdische Gemeinde Mainz