Home - Gemeinde - Aktuell - Geschichte - Rabbinat - Synagogenprojekt - Links - Gästebuch - Kontakt - Führung

 

Rabbinerzimmer war ausgemalt

Überraschende Entdeckung bei Restaurierung des Ehrenmals auf dem neuen jüdischen Friedhof


Bis zum Tag des offenen Denkmals am 10. September soll das Ehrenmal, das mit Unterstützung der Wormser Rotarier restauriert wird, wieder in altem Glanz erstrahlen.
Foto: Ulrike Schäfer

23.8.2006 - Von Ulrike Schäfer, Wormser Zeitung

Auf dem neuen jüdischen Friedhof, hinter der Trauerhalle, steht ein Ehrenmal, das in seiner Bedeutung fast einmalig ist. Es wurde errichtet zum Gedenken an jüdische Männer, die im Ersten Weltkrieg kämpften und dabei ihr Leben ließen. Wer der Auftraggeber war, welcher Steinmetzbetrieb es geschaffen hat, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden, und auch der Zeitpunkt der Einweihung ist nicht genau bekannt. Vermutet werden die Jahre zwischen 1926 und 28.

Das steinerne Monument war von Bäumen fast verdeckt, die Erde ringsum so hoch aufgeschüttet, dass man die Fundamente nicht erkennen konnte, die Schrift verblasst. Nach Abschluss der Renovierungsarbeit in der Trauerhalle waren sich die Stadt, damals noch Baudezernentin Jeannette Wopperer, wie auch der Verein Warmaisa einig, dass das Ehrenmal, das die tiefe Verbundenheit der jüdischen Wormser zu ihrem Vaterland so einzigartig belegt, restauriert werden müsste. Der Wormser Rotary Club erklärte sich sofort bereit, die Kosten zu übernehmen.

Inzwischen hat der Arbeitsförderbetrieb das Denkmal ringsherum freigelegt, unter anderem ist dabei eine Steinwanne sichtbar geworden, die in Zukunft wieder mit Blumenschmuck bepflanzt werden soll. Steinmetz Martin Schäfer, der vor sechs Jahren den Förderpreis der Wormser Rotarier erhielt, hat das Monument mittlerweile wieder gereinigt und verfugt und wird jetzt die Vergoldungen der Buchstaben vornehmen.

Mitglieder des Rotary Clubs unter Leitung des diesjährigen Präsidenten Dr. med. Jürgen Moeller verschafften sich jetzt einen Überblick über den Stand der Arbeit, ließen sich aber auch von Albert Bentrup, dem Schatzmeister von Warmaisa, über eine überraschende Entdeckung informieren: beim Sichten der Nebenräume der Trauerhalle hat Restauratorin Iris Uhrig entdeckt, dass auch das so genannte Rabbinerzimmer wie der Raum für die Leichenwäsche ausgemalt war. Wie Ralf Quirin Heinz, Leiter des Friedhofbetriebs, mitteilte, erstellt das Atelier Uhrig derzeit einen Kostenvoranschlag für die Wiederherstellung der ursprünglichen Ornamentik.

Bis zum 10. September, dem Tag des offenen Denkmals, wird zumindest das Ehrenmal wieder in altem Glanz erstrahlen.

Am Donnerstag, 7. September, 19 Uhr, wird Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, einen Vortrag über das Ehrenmal halten.


© Jüdische Gemeinde Mainz