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Teich für "Lebensfluss"

Zwölf Baucamp-Teilnehmer arbeiten auf Friedhof Hochheimer Höhe


Auf dem Friedhof Hochheimer Höhe organisiert der Internationale Bauorden ein Baucamp, an dem zwölf junge Leute teilnehmen. Dieser Tage erhielten sie Besuch von dem Bundestags-abgeordneten Klaus Hagemann.
Foto: Rolf Ochßner

23.8.2006 - Von Matthias Werner, Wormser Zeitung

HOCHHEIM Bundestagsabgeordneter Klaus Hagemann (SPD) besuchte die jungen Helfer des Baucamps auf dem Friedhof Hochheimer Höhe. Beim bis 26.August dauernden Camp, das der Internationale Bauorden organisiert, arbeiten zwölf Teilnehmer an der Gestaltung des neuen Teilbereichs "Lebensfluss". Damit wird das erste Themenfeld des neuen Parkpflegewerks umgesetzt.

Hagemann besichtigte mit Bauorden-Geschäftsführer Peter Runck, Architektin Anke Elsner und den Teilnehmern die beiden Arbeitsstätten des Projekts. Denn aufgrund widriger Witterungsverhältnisse musste Anfang der Woche "Plan B" in Kraft treten, so Ralf-Quirin Heinz, Abtei-lungsleiter des Friedhofbetriebs. Da der Regen die Arbeit am eigentlichen Bauvorhaben des Teich-Biotops unmöglich machte, widmete sich die Gruppe "konservativerer" Friedhofsarbeit: "Wir wollten die jungen Leute einbinden in die Restaurierung des jüdischen Friedhofs", erklärte Ralf-Quirin Heinz.

Die Gruppe, bestehend aus sechs belgischen, drei polnischen und drei deutschen Helfern im Alter von 17 bis 28 Jahren, säuberte mit Hochdruckreinigern die Grabsteine, schnitt den Pflanzenbewuchs zurück und setzte Wege instand.

In der jüdischen Trauerhalle sprach Hagemann mit den Teilnehmern über ihren Arbeitseinsatz und wollte wissen, wie es denn sei, auf einem jüdischen Friedhof in Deutschland zu arbeiten. "Das Thema ist nicht mehr so zentral, es liegt ja schon weit zurück", meinte der 17-jährige Julian mit Blick auf das Schicksal der Juden in Deutschland. Bei der Arbeit habe man eher "positive Gefühle, man ist sicher, das passiert nie wieder", ergänzte Agnieszka.

Anschließend ging es zur Baustelle des Themenfelds "Lebensfluss", wo ein Teich mit zuführendem Bachlauf entsteht. Gleich mehrere Funktionen soll der Bereich erfüllen, neben der ökologischen Aufwertung wird der Parkcharakter des Friedhofs betont, zugleich wird die Fläche als letzte Ruhestätte dienen. "Wir wollen den Einstieg in alternative Bestattungsformen", erläuterte Ralf-Quirin Heinz das Konzept, das pflegeleichte Urnenfelder vorsieht.

Für Liesbeth Olbrichts aus dem belgischen Genk sind die zwei Wochen des Baucamps eine Fortsetzung der Familiengeschichte. Ihr Urgroßvater suchte in den Anfangsjahren des Bauordens Wiederaufbau-Projekte im kriegszerstörten Deutschland aus. Ihr gefällt es trotz des bislang regnerischen Wetters. "Wir sind sehr freundlich aufgenommen worden, und es ist unglaublich, was die Organisatoren alles für uns machen", lobt sie die Macher des Baucamps. Auf dem Programm der Teilnehmer standen auch eine Stadtführung mit Dr. Fritz Reuter und ein Besuch der Nibelungen-Festspiele auf dem Programm.


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