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Künstler und Mahner zugleich


Gunter Demnig

12.8.2006 - Allgemeine Zeitung

hg. BINGEN/INGELHEIM Man kennt ihn nur mit Hut, die meisten Fotos von ihm zeigen ihn kniend auf dem Straßenpflaster - stets bei der Arbeit: Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt Pflastersteine. Und zwar ganz besondere: Nämlich "Stolpersteine". Kleine, kubische Mahnmale aus Stein und Messing, die an ermordete und deportierte jüdische Mitbürger erinnern.

Begonnen mit dieser einzigartigen Kunst-Aktion zum Gedenken an die Opfer des Holocaust hat der Kölner Künstler 1997 in Berlin-Kreuzberg, als er zum ersten Mal einen Stein mit Messingtafel ins Trottoir einließ Mittlerweile hat Gunter Demnig über 6000 Steine in weit über 100 deutschen Kommunen verlegt. Auch in Bingen und Ingelheim sorgen seit dieser Woche einige Stolpersteine mehr dafür, dass die Bürger nicht vergessen, welch unfassbares Unrecht in der Zeit der Nazi-Herrschaft auch in ihren Heimatstädten an den Mitbürgern jüdischen Glaubens begangen wurde. Gunter Demnig, unser Mann der Woche, hat anfangs auch mit viel Skepsis gegen seine Aktion leben müssen. Er hat geduldig überzeugt und damit ein bedeutendes Zeichen wider das Vergessen gesetzt.


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