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Stimmen Sie mit ab über die Lieblingsorte!

Unter http://vote.orte.zdf.de finden Sie die Abstimmung, die bis 20. August, 24 Uhr, läuft.
Den Jüdischen Friedhof Worms finden Sie dort unter "W" oder direkt über diesen Link http://vote.orte.zdf.de/details/index113.htm


ZDF nominiert "Heiligen Sand"

Jüdischer Friedhof steht zur Wahl als bedeutender Ort für Deutschland

21.7.2006 - von Susanne Müller, Wormser Zeitung


Der "Heilige Sand" ist der älteste jüdische Friedhof Europas.
Ein kulturhistorisches Pfund, mit dem Worms wuchern kann.
Archivfoto: Uwe Feuerbach

"Unsere Besten". So heißen die Shows, die im ZDF Hitlisten erstellen, von Menschen und Dingen. Ganz vorne auf der Hitliste landete bei den Personen Konrad Adenauer, Deutschlands erster Kanzler, beim "großen Lesen" erreichte der "Herr der Ringe" von Tolkien Platz eins vor der Bibel. Gekürt wurden auch schon "die größte Erfindung" und der "Sportler des Jahrhunderts".

Nun, am 22. September, sollen in einer weiteren "Besten"- Show, die von Johannes B. Kerner moderiert wird, "Die Lieblingsorte der Deutschen" in eine Rangfolge gebracht werden. Ab sofort kann jeder abstimmen, seinen Lieblingsplatz vorschlagen oder aus 150 Vorschlägen wählen, die das ZDF gemacht hat - darunter ist aus Worms auch der "Heilige Sand".

Und das ZDF ist voll es Lobes über das kulturgeschichtliche Pfund, mit dem Worms wuchern kann. "Der "Heilige Sand" ist der älteste jüdische Friedhof Europas und als solcher ein bemerkenswertes Zeugnis der jüdischen Kultur", ist auf der Internet-Seite, auf der die "Besten" vorgestellt werden, zu lesen. Der Friedhof entstand vermutlich um 1034, als die Wormser Synagoge erbaut wurde. Der älteste der insgesamt 2000 Grabsteine ist der von Jakob ha-Bachur aus dem Jahr 1076. Die letzten Bestattungen fanden hier in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts statt.

Viele bedeutende jüdische Gelehrte und Märtyrer sind hier begraben. Die Ruhestätten des Rabbi Meir von Rothenburg (gestorben 1293) und Alexander ben Salomon Wimpfen (gestorben 1307) ziehen jüdische Pilger aus aller Welt nach Worms. Ihnen bietet sich vom Friedhof ein unvergesslicher Blick über die Stadtmauer hinweg zum Wormser Dom - ein Blick, den der österreichische Religionsphilosoph Martin Buber in seiner Schrift "Aber gekündigt ist mir nicht" aus dem Jahr 1933 als "herrliche Harmonie" beschrieb.

Und was macht Worms aus der "Nominierung"? Stadtmananger Stefan Pruschwitz fordert die Wormser auf, für ihren Lieblingsort zu stimmen - "gerne natürlich auch für unsere Heimatstadt Worms", so Pruschwitz. Zur Stimmabgabe werden fünf Wahlboxen aufgestellt im Ämterhaus, Haus zur Münze, Eingangsbereich Stadtkrankenhaus, im Kaufhof und der Kaiser Passage.

Speyer, dessen Dom gewählt werden kann, wirft sich mehr ins Zeug. Die Stadt hat die Aufnahme seines Kulturdenkmals in die ZDF-Liste dazu genutzt, eine breit angelegte Werbekampagne für den Dom und die Stadt zu starten. Es wurde das Ziel ausgegeben, den Dom unter die ersten 50 schönsten Plätze Deutschlands zu "voten". Dazu wurden rund 20000 Karten in der städtischen Hausdruckerei gedruckt und an mehreren Stellen der Stadt ausgelegt, die dann dem ZDF weitergeleitet werden. Außerdem sind auf den städtischen Internetseite Hinweise geschaltet worden zur Abstimmung auf den ZDF-Seiten. "Rund 60000 Stimmen für den Dom sind unser Ziel", so Oberbürgermeister Werner Schineller.

Bei der Aktion sind alle Bundesländer mit Bauten und Plätzen vertreten, aus Rheinland-Pfalz können gewählt werden das Hambacher Schloss, der Speyrer Dom, das deutsche Eck Koblenz, das Kloster Maria Laach, das Rheintal von Bingen bis Koblenz mit der Loreley, die Porta Nigra in Trier und der Wormser "Heilige Sand". Und aus der unmittelbaren Nachbarschaft steht der Mannheimer Wasserturm zur Wahl an.


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