Hier schreibt der Oberbürgermeister (7/2006)
Das
Original mit Fotos bei mainz-online - siehe auch Pressemeldung
des OB zu den Raketenangriffen auf Haifa
Mainz und Haifa stärken Partnerschaft:
Bewegende Begegnungen und Erlebnisse in Israel
Ende Mai folgte ich einer Einladung meines Kollegen Yona
Yahav in unsere israelische Partnerstadt Haifa. Die Reise knüpfte
an meinen Antrittsbesuch vom Oktober 2003 an, der vorzeitig abgebrochen
werden musste. Die Mainzer Delegation brachte damals das Mitgefühl
und die Solidarität der Mainzer zum Ausdruck, nachdem wenige Wochen
zuvor ein Selbstmordattentat zahlreiche Opfer in Haifa gefordert hatte.
Im Sommer 2005 hatte sich dann Oberbürgermeister Yahav in das Goldene
Buch unserer Stadt eingetragen.
Die Tage in Haifa waren auch diesmal geprägt durch
eine Vielzahl intensiver, freundschaftlicher Begegnungen und Gespräche.
Unterstützt wurde die Intensivierung der Partnerschaft durch zeitnahe
Besuche Mainzer Schülerinnen und Schüler und einer Delegation
der Universität Mainz aus Anlass des 20-jährigen Jubiläums
der Partnerschaft zwischen den beiden Hochschulen.
Ein herzliches Willkommen vor dem Jugendbegegnungszentrum
Bet Magenza. (Quelle: Stadt Mainz)Wie überall wurden wir auch von
den älteren Menschen im Jockel Fuchs-Seniorenzentrum mit großer
Herzlichkeit aufgenommen und in der Gesprächsrunde wurde die enge
Verbundenheit mit der Patin des Hauses, der Stadt Mainz, deutlich.
Die Jugendlichen im Jugendbegegnungszentrum "Bet Magenza" begrüßten
uns bereits vor dem Haus mit einem Percussion-Konzert, an denen wir uns
wenig später ebenfalls beteiligten. Im Gespräch mit Betreuern
und Jugendlichen, von denen ein hoher Anteil Einwandererkinder sind, wurde
deutlich, dass das Bet Magenza vorbildlich zum Gelingen eines
weitgehend konfliktfreien Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen beiträgt
eine Thematik, die auch uns in Deutschland nicht fremd ist. Aber
auch die Kultur kam zu ihrem Recht: eine Kooperation bei der Bespielung
der geplanten Kunsthalle im Mainzer Zollhafen war das Ziel von Gesprächen
am Rande einer Ausstellungseröffnung im Tikoton-Museum für japanische
Kunst. Großes Interesse an einer solchen Zusammenarbeit zeigte auch
das manè-katz Museum.
Von links nach rechts zu sehen: Oberbürgermeister
Jens Beutel beim Trommel in der Jugendbegegnungsstätte Bet Magenza,
der Oberbürgermeister von Mainz und der Oberbürgermeister von
Haifa,Yona Yahav, bei einer Ausstellungseröffnung im Tikotin Museum
of Japan Art und Detlev Höhne, stellvertretender Vorstandsvorsitzender
der Stadtwerke Mainz AG, mit einem kleinen Jungen im Bet Magenza.
Weiterhin soll in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer
für Rheinhessen und der Wirtschaftskammer Haifa möglichst noch
in diesem Jahr ein Wirtschaftstag Israel in Mainz organisiert
werden. Und anlässlich des 20-jährigen Jubiläums unserer
Städtepartnerschaft haben wir eine Bürgerreise nach Haifa im
Mai 2007 vereinbart, die durch die Volkshochschule Mainz organisiert wird.
Ich freue mich, dass auf diese Weise ein neuer Impuls für Begegnungen
der Menschen beider Städte gesetzt werden kann.
Ein Stern mit den Steinen zum Gedenken in Yad Vashem.
(Quelle: Stadt Mainz)Zum Ende der Reise ging es nach Jerusalem. Dort stand
neben der Besichtigung der Altstadt sowie des israelischen Parlaments,
der Knesset, das Gedenken an die Opfer des Holocaust in Yad Yashem im
Zentrum. Die zentrale Holocaust-Gedenkstätte dokumentiert die Geschichte
der Juden im Holocaust, bewahrt das Andenken an jedes einzelne der sechs
Millionen Opfer und übermittelt durch zahlreiche Projekte und Aktivitäten
das Vermächtnis des Holocaust den nächsten Generationen.
Die im letzten neu gestaltete Gedenkstätte hat mich
ebenso wie die anderen Teilnehmer der Delegation tief beeindruckt. Über
die Trauer hinaus erinnert Yad Vashem aber auch an die Wiedergeburt des
jüdischen Volkes mit der Staatsgründung Israels und steht so
in engem Zusammenhang mit dem Geist der Städtepartnerschaft und der
vielen Freundschaften in Gegenwart und Zukunft und ist damit auch ein
Zeichen des Friedens und der Völkerverständigung.
Es war eine erlebnisreiche und bewegende Reise: neue
Kontakte wurden geknüpft, bestehende Bindungen vertieft und damit
das Band zwischen Mainz und Haifa gestärkt. Nun hoffe ich, dass Oberbürgermeister
Yona Yahav meine Einladung annimmt und nächstes Jahr das Jubiläum
unserer Städtepartnerschaft mit uns in Mainz feiert.
Ihr Jens Beutel
|