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Mainzer Rabbiner Zinvirt geht

1.7.2006 - Allgemeine Zeitung

P. K. MAINZ Der seit dem 1. März in der Jüdischen Gemeinde Mainz/Worms angestellte Rabbiner Yaakov Zinvirt wird die Gemeinde schon wieder verlassen. Zinvirt hat zum 31. Juli 2006 von sich aus gekündigt. Grund für seinen Schritt nach nur fünf Monaten ist der Umstand, dass die Gemeinde auf seine Forderungen nach deutlich höherem Gehalt trotz so kurzer Tätigkeit und einer längeren Laufzeit seines Vertrages nicht einzugehen bereit ist. Nach Auskunft der Vorsitzenden des Vorstandes der Gemeinde, Stella Schindler-Siegreich, sei man angesichts der angespannten Haushaltslage und vor dem Hintergrund des geplanten Baus eines Gemeindezentrums mit Synagoge keinesfalls in der Lage, auf solche Forderungen einzugehen.

Schindler-Siegreich verhehlte im Gespräch mit dieser Zeitung nicht, dass man von Zinvirts Verhalten nach so kurzer Amtszeit "ziemlich überrascht" gewesen sei. Zinvirt hatte seit März zwölf reguläre Gottesdienste gehalten sowie die Gottesdienste an den Feiertagen Purim, Pessach und Schawuot. Den Gemeindemitgliedern in Worms sollte ihr "neuer Rabbiner" gestern Abend bei den Jüdischen Kulturtagen Worms 2006 erstmals offiziell vorgestellt werden.

Ob ein anderer Rabbiner Zinvirt nachfolgt, ist noch unklar. Dies ist auch nicht unbedingt nötig, denn ein jüdischer Gottesdienst erfordert keinen Rabbiner, der in erster Linie ein Schriftgelehrter ist und kein geistiges Oberhaupt einer Gemeinde. Ein jüdischer Gottesdienst kann stattfinden, sobald zehn männliche Personen jüdischen Glaubens beisammen sind, die ihre Bar Mitzwa (religiöse Volljährigkeit und Aufnahme in den Kreis der Männer der Gemeinde, üblicherweise mit 13 bis 14 Jahren) hinter sich haben.


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