Home - Gemeinde - Aktuell - Geschichte - Rabbinat - Synagogenprojekt - Links - Gästebuch - Kontakt - Führung

 



Beeindruckt von Reise nach Haifa

1.6.2006 - von Martin Recktenwald, Allgemeine Zeitung

Direkt mit den Menschen in Kontakt treten und ihre Geschichte und Lebensumstände kennen lernen - das hatten sich Mainzer Schülerinnen und Schüler für ihre Reise nach Israel vorgenommen. Die gemischte Gruppe vom "Willigis-Gymnasium" und der "Maria Ward-Schule" war elf Tage zu Besuch in der Partnerstadt Haifa.

Gastgebende Schule in Israel war das "Leo-Baeck-Erziehungszentrum". "Eine solche Fahrt fand das letzte Mal 1997 statt", erinnerte sich Dr. Andrea Litzenburger, stellvertretende Schulleiterin der Maria Ward-Schule. In den folgenden Jahren hatten die israelischen Partner aufgrund der Terrorgefahr von Besuchen abgeraten. "Dass wir diesmal nicht wieder eine Absage erhielten, war ein ermutigendes Signal", meinte Christine Krüger. Zusammen mit ihrer Lehrerkollegin vom Willigis, Dr. Veronika Schlör, hatte Krüger die Schülergruppe auf der Reise begleitet.

Beitrag zu Gedenktag Mehrere nationale israelische Gedenktage fielen in die Zeit des deutschen Besuches. Anlässlich des Gedenktages für die durch den Nationalsozialismus ermordeten Juden hatten die Gäste eine geschichtliche Dokumentation vorbereitet. Darin berichteten sie unter anderem, wie heute an deutschen Schulen dieses dunkle Kapitel der Geschichte aufgearbeitet wird. "Es war nicht leicht, diese Themen vor den israelischen Schülern anzusprechen, zumal auf englisch", erzählten die Schüler, "aber die Diskussion war sehr offen und ehrlich". Tiefe Eindrücke habe auch der Besuch in der Gedenkstätte Yad Vashem hinterlassen, berichtete die Gruppe.

Terror gegenwärtigDer "Gedenktag für die gefallenen israelischen Soldaten der Kriege und für die Opfer der Terroranschläge" erinnerte daran, dass auch kein Frieden im Heiligen Land herrscht. "Viele im Lehrerkollegium und in den Gastfamilien haben bereits Freunde oder Nachbarn bei Anschlägen verloren", das hatten die Besucher in zahlreichen Gesprächen erfahren.

Derzeit hat sich die Lage offenbar etwas entspannt. "In Haifa kann man sich angstfrei bewegen", zeigten sich die Schüler überzeugt, "an belebten Plätzen gibt es aber weiterhin starke Militärkontrollen".

Von ihrem Besuch, da waren sich alle einig, haben die Schüler sehr profitiert. "Das Interesse und Entgegenkommen auf israelischer Seite war groß", gab Krüger ihren Eindruck wieder.


© Jüdische Gemeinde Mainz