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ZUM TODE PAUL SPIEGELS SEL.A.

1.5.06 - ZENTRALRAT DER JUDEN

Präsident Dr. h. c. Paul Spiegel sel. A. verstorben

Im Alter von 68 Jahren ist Dr. h.c. Paul Spiegel sel.A., Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland am 30. April 2006 nach langer schwerer Krankheit in Düsseldorf gestorben.

„Die Nachricht erfüllt uns mit großer Trauer", so Vize-Präsident Dr. Salomon Korn, „der Tod von Paul Spiegel ist ein schwerwiegender und kaum zu beschreibenden Verlust für Juden und Nicht-Juden in Deutschland."

„Präsident Paul Spiegel hat mit Leidenschaft und all seiner Kraft gegen das Erstarken des Antisemitismus und für Vertrauen über alle Konfessionsgrenzen hinweg gekämpft. Er war ein großer Demokrat und Brückenbauer", sagte Vize-Präsidentin Charlotte Knobloch erschüttert. „Wir verlieren einen bedeutenden Juden und Europäer."

Paul Spiegel hatte das Amt des Präsidenten des Zentralrats der Juden nach dem Tod von Ignatz Bubis sel. A. im Jahre 1999 übernommen.

Auch in Mainz Trauer um Paul Spiegel

1.05.2006 - Allgemeine Zeitung

P.K. "Obwohl er schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet war, hat er seinen Humor und seine Liebenswürdigkeit bis zuletzt nicht verloren. Wir Juden haben mit Paul Spiegel einen großartigen Menschen verloren" , so Stella Schindler-Siegreich, die neue und alte Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, gestern zum Tode von Paul Spiegel, dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland. Spiegel war nach langer schwerer Krankeit am Sonntag verstorben.

Sie habe ihn stets als einen Mann erlebt, der trotz des Leids, dass er in der Nazizeit erdulden musste, seine Fähigkeit zum Dialog nie verloren habe, der immer bereit war zuzuhören. Hingehört habe er auch immer dann besonders präzise, wenn es um den Schutz von Minderheiten ging. Dann habe er sehr deutlich werden können. Darauf sei sie immer sehr stolz gewesen.

Die Juden in Deutschland haben einen herausragenden Repräsentanten verloren, einen Mann, der es verstanden hat, Brücken zu bauen, sowohl zwischen den Juden als auch zwischen Juden und Christen, erklärte Stella Schindler-Siegreich gegenüber dieser Zeitung.

Trauer um Paul Spiegel

3.05.2006 - Wormser Zeitung

woz. "Mit Bestürzung wurde der Tod des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, in Worms aufgenommen". OB Michael Kissel schrieb an die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, Stella Schindler-Siegreich, und drückte seine Trauer aus. Bürger können kondolieren in der Synagoge. Hier liegt ein Kondolenzbuch aus, das dem Zentralrat der Juden in Deutschland überreicht wird. Worms sei als Schum-Stadt der jüdischen Tradition wie auch dem modernen Judentum eng verbunden, so der OB weiter, "Versöhnung und Miteinander stehen im Vordergrund". In diesem Bestreben sei Paul Spiegel ein glaubwürdiger Partner gewesen. Anlässlich des 40. Jahrestages der Wiederweihe der Wormser Synagoge 2001 war Paul Spiegel als Ehrengast nach Worms gekommen. Berührt hatte er sich beim Besuch des Alten Judenfriedhofs gezeigt. Mit großem Interesse besichtigte er das jüdische Museum im Raschi-Haus. Spiegel habe beeindruckt durch seine aufgeschlossene, herzliche Art, so Kissel. Die Freude über seinen Besuch zu diesem besonderen Anlass habe sich auf alle Beteiligten übertragen. Dabei habe er auch den Wunsch geäußert, noch einmal nach Worms kommen zu wollen. Doch sein Terminkalender habe es ihm nicht mehr erlaubt.


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