Gemeinde bestätigt Vorsitzende
24.4.2006 - Wormser Zeitung
fube. Erwartungsgemäß bestätigte die
Jüdische Gemeinde Mainz, zu der auch rund 120 Wormser Juden zählen,
gestern Abend ihre seit April 2004 amtierende Vorsitzende, die 58-jährige
Stella Schindler-Siegreich, in ihrem Amt. Schindler-Siegreich gehört
auch dem Vorstand des Vereins "Warmaisa" an, der die jüdische
Kultur der Stadt Worms pflegt. Mit 233 von 327 abgegebenen Stimmen (13
ungültig) fiel das Ergebnis überaus deutlich aus.
Die seit 1960 in Worms lebende und seit 1977 wieder der
Gemeinde angehörende Schindler-Siegreich hatte 2004 überraschend
gegen den damaligen Vorsitzenden Dr. Mark Soibelmann (Mainz) kandidiert,
dessen Amtszeit auch von heftigen Auseinandersetzungen zwischen seinem
Vorstand und der so genannten Opposition geprägt war.
In ihrer ersten zweijährigen Amtsperiode hatte es
Stella Schindler-Siegreich verstanden, den auch durch öffentlich
geführte Dispute beschädigten Ruf der Jüdischen Gemeinde
wieder zu festigen. Nach Ansicht von Beobachtern gelang es der Wormserin
und ihrem Vorstand, die Jüdische Gemeinde wieder zu einer für
Land, Stadt und Institutionen verlässlichen Größe zu machen.
Die studierte Volkswirtschaftlerin, Mutter eines 30-jährigen Sohnes
und einer 27-jährigen Tochter, setzte auf "ehrliche Kommunikation",
suchte und fand Kontakte und bemühte sich, "die Jüdische
Gemeinde Teil der politischen Gemeinde" werden zu lassen.
Die Versammlung, die am Vormittag in einem Veranstaltungssaal
in der Mainzer Altstadt begonnen hatte, wählte aus Zeitgründen
gestern lediglich die Vorsitzende, gegen die die überraschend auftretende
Kandidatin Swetlana Kantuaschwilu aus dem "russischen" Teil
der Gemeinde mit 81 Stimmen allerdings keine Chance hatte. Der übrige
Vorstand soll am 7. Mai gewähl werden..
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