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Rosch Haschana 5766


Shimon Stein,
Botschafter Israels in Deutschland

Grußwort von Botschafter Shimon Stein für die Rosch-Haschana-Ausgabe der Gemeindezeitung Magenza der Jüdischen Gemeinde Mainz zum Jüdischen Neujahrsfest 5766

Rosch Haschana und Jom Kippur sind zweifelsohne die Feiertage, die jede jüdische Seele bewegen, gleich wie tief die Verbundenheit zur Religion und Tradition sein mag. Der Monat Tischre ist der inhaltsreichste Monat des jüdischen Kalenders, da er gleich eine ganze Reihe von Feiertagen bereithält.

Zu Rosch Haschana nehmen die "Tage der Ehrfurcht" ihren Anfang, über Sukkot und Simchat Thora tasten wir uns weiter vor in das neue Jahr. Es ist eine freudige, dynamische Zeit, dennoch sind wir besonders empfindsam für die Ereignisse dieser Zeit.

Zu Rosch Haschana wird die Entscheidung über unseren Eintrag in das "Buch des Lebens" gefällt: "Mögest Du eingeschrieben und besiegelt sein für ein gutes Jahr" heißt der Wunsch, den wir am ersten Abend der Feiertage einander weiterreichen. Es ist der Segensspruch, der von einer jüdischen Generation zur nächsten weitergegeben wird, der verbunden ist mit Hoffnungen und mit Sorgen: Welche Erwartungen haben wir an ein gutes Jahr? Sind diese Erwartungen realistisch?

Im Mittelpunkt der politischen Ereignisse steht derzeit die Vollendung der Implementierung der historischen Entscheidung Israels, sich aus dem Gaza-Streifen und vier Siedlungen in Nord-Samaria zurückzuziehen. Diese ursprünglich einseitige Initiative bietet erneut eine historische Chance auf eine bessere Zukunft für uns und unsere palästinensischen Nachbarn sowie die gesamte Region. Damit verbinden wir die Hoffnung, daß die Palästinenser die historische Entscheidung Israels ergreifen und die Chancen der Stunde nutzen, um eine friedliche, fortschrittliche Entwicklung einzuschlagen. Dazu gehört insbesondere, die Strukturen der Terrororganisationen aufzulösen, die an einer friedlichen, politischen Lösung keinerlei Interesse haben.

Wir wünschen uns für die kommende Zeit, unseren Vorstellungen und Zielen - trotz der damit verbundenen Gefahren - ein Stück näherrücken zu können. Auf diesem Weg benötigt Israel die enge Freundschaft und Solidarität der weltweiten jüdischen Gemeinschaft, die eng zusammensteht, wenn es um die Solidarität mit Israel oder um die Bekämpfung des leider wieder angewachsenen Antisemitismus und Rassismus geht. Immer wieder muß es unser Anliegen sein, gemeinsam und unverzagt gegen diese Erscheinung der Intoleranz vorzugehen. Wir hoffen, daß die westliche Welt mit Entschlossenheit und Geschlossenheit dagegen vorgeht.

In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft uns allen ein friedliches Rosch Haschana-Fest!

Schana Tova!


Jens Beutel,
Oberbürgermeister von Mainz

Grußwort des Mainzer Oberbürgermeisters Jens Beutel

In diesen Tagen feiert die jüdische Gemeinschaft in aller Welt Rosch Haschanah. Im Namen der Stadt Mainz übermittele ich Ihnen dazu die besten Wünsche für ein gutes Neues Jahr 5766!

Das jüdische Gemeindeleben in Mainz ist gerade vor dem Hintergrund unserer wechselvollen Geschichte von besonderer Bedeutung für unsere Stadt. Deshalb begrüße ich es umso mehr, dass die Jüdische Gemeinde Mainz - die zu den bedeutendsten jüdischen Gemeinden in Deutschland gehört - mittlerweile wieder mehr als 1.000 Mitglieder umfasst und danke Ihnen allen ganz herzlich für Ihre wichtige Arbeit für das religiöse, soziale und kulturelle Miteinander in Mainz!

Ich freue mich, dass wir gemeinsam schon vieles erreicht haben in unserer Stadt, um die Erinnerungen an das Vergangene zu bewahren, Brücken für die Verständigung zu bauen und den Zusammenhalt in unserer Stadt weiter zu stärken. Auch das letzte Jahr war in dieser Hinsicht wieder ein gutes Jahr - mit dem Raschijahr in Worms, den Jubiläumsaktivitäten zum 40jährigen Bestehen der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Mainz und der Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Mainz an Monsignore Klaus Mayer, der mit seinem Lebenswerk ein weit über die Region ausstrahlendes Symbol der christlich-jüdischen Verbundenheit geschaffen hat.

Durch neue Entscheidungen und zahlreiche Aktivitäten - wie etwa die Veranstaltungsreihe "Stichwort: jüdisch" - konnte zudem das Projekt Neubau der Synagoge weiter voran gebracht werden. Die Stadt Mainz hat dabei ihre Zusage bekräftigt, einen eigenen Beitrag in bekannter Höhe zu diesem entscheidenden Vorhaben zu leisten. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier gemeinsame Lösungen finden, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen und danke den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für den Neubau der Synagoge einsetzen.

"Alles Leben ist Begegnung" hat der Religionsphilosoph Martin Buber einmal geschrieben. Lassen Sie uns ganz in diesem Sinne im neuen Jahr den Weg des Dialogs und der Zusammenarbeit fortsetzen - für ein würdiges und lebendiges Gedenken, ein gutes Miteinander und eine fruchtbare Weiterentwicklung des jüdischen Gemeindelebens in unserer Stadt.

Ein herzliches Schana Towa!

Jens Beutel
Oberbürgermeister



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