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Kleinod des Kulturerbes


Nach aufwändiger Außen- und Innenrestaurierung wurde die jüdische Trauerhalle auf dem Hochheimer Friedhof mit einer Feierstunde eingeweiht.
Foto: Alessandro Balzarin

Sanierte jüdische Trauerhalle auf Friedhof Hochheimer Höhe eingeweiht

05.09.2005 - von Ulrike Schäfer, Wormser Zeitung

Rechtzeitig zum Europatag der jüdischen Kultur und noch im Raschi-Jahr wurde am Sonntag die jüdische Trauerhalle auf dem neuen jüdischen Friedhof Hochheimer Höhe nach abgeschlossener Außen- und Innenrestaurierung festlich eingeweiht.

Wenn der Weg auch steinig war, so ist er dennoch eine einzige Erfolgsgeschichte, weil viele Kräfte vorbildlich miteinander kooperierten. Dies betonte Oberbürgermeister Michael Kissel in seinem Grußwort. Eine besondere Rolle hatte dabei der Verein Warmaisa gespielt, der das Projekt ideell, aber auch finanziell vorangetrieben hatte. Vorsitzender Roland Graser berichtete auf amüsante Weise von den einzelnen Etappen und lobte besonders Kassenwart Alfred Bentrup, der gemeinsam mit Ralf-Quirin Heinz, dem Leiter des Friedhofsbetriebs, die Anträge gestellt und die Gelder eingefordert hatte.

Dr. Joachim Glatz vom Landesamt für Denkmalpflege in Mainz rief ins Gedächtnis, wie die Halle nach Plänen Stadtbaumeisters und Beigeordneten Georg Metzler gebaut und 1911 eingeweiht worden war, Zeichen eines selbstbewussten Zugehörigkeitsgefühls der Wormser Juden zu ihrer Stadt, und lenkte den Blick auf die ausgewogene Schönheit der Architektur, besonders aber auf die plastische Gliederung und feine farbliche Abstimmung der Ornamente. Hier habe sich Restauratorin Iris Uhrig mit ihren Mitarbeiterinnen große Verdienste erworben, lobte Baudezernentin Jeannette Wopperer.

Staatssekretär Roland Härtel ging in seiner Rede auf die besondere Bedeutung der SchUM-Städte ein und betonte, dass er gerne den Wormser Antrag auf Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes unterstütze. Er habe auch seitens der Kommission bereits positive Signale empfangen.

Stella Schindler-Siegreich, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mainz-Worms, schließlich stellte den Bezug zur lebendigen Gemeinde her. Sie gedachte in bewegenden Worten dreier Männer, die seinerzeit durch ihr außergewöhnliches Wirken das kulturelle Leben in Worms geprägt hatten: Samson Rothschild, Hofrat Max Levy und Isidor Kiefer. Von dort schlug sie den Bogen zu den heutigen Wormser Juden, denen die Arbeiten an der Trauerhalle ebenso wie das gesamte Raschi-Jahr helfe, sich mit ihrer Geschichte und mit der Stadt zu identifizieren.

Höhepunkt der Veranstaltung, auf die eine Friedhofsführung mit Dr. Fritz Reuter folgte, waren die musikalischen Beiträge der Berliner Kantorin Avitall Gerstätter.


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