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Schäden größer als erwartet


Die noch von Planen verhüllte jüdische Trauerhalle. Bis Jahresende soll das Dach wieder eingedeckt sein.
Foto: hbz/ Michael Bahr

Jüdische Trauerhalle soll bis Jahresende eingedeckt sein/Sponsorensuche

03.09.2005 - Allgemeine Zeitung

fube. Die 1881 im orientalischen Stil von Stadtbaumeister Eduard Kreyßig gebaute Jüdische Trauerhalle an der Unteren Zahlbacher Straße wird derzeit saniert. Das vom Verfall bedrohte Baudenkmal (die AZ berichtete) leidet seit Jahren unter Schwamm, Schädlingen und Wassereinbruch. Bei den von der Landesdenkmalpflege eingeleiteten Rettungsmaßnahmen hat sich jetzt ergeben, dass die Wasserschäden größer sind, als bislang gedacht.

Landesdenkmalpfleger Dr. Joachim Glatz: "Auch einige Deckenflächen sind stark in Mitleidenschaft gezogen." Im Augenblick werden unter der vor Witterungseinflüssen schützenden Plane dringend notwendige Dachreparaturarbeiten vorgenommen. Die Zinklegierung des Daches, die zum Teil noch von 1881 stammte, war durch Materialermüdung spröde geworden. Reparaturen und Flickungen brachten nichts mehr. "Das Dach reißt wie Papier", stellte Glatz damals fest.

Bis zum Jahresende soll das Dach wieder dicht sein, dann können weitere Arbeiten folgen. Schon im Januar waren die für das Gebäude charakteristischen Zwiebelaufsätze abgenommen worden. Sie gilt es fachmännisch nach noch vorliegenden Originalplänen zu erneuern. Glatz: "Ich hoffe auf Spender, die sich mit der Stiftung einzelner Zwiebeln `verewigen` können."

Kurz vor dem Europäischen Tag der jüdischen Kultur, an dem in Worms die kulturhistorisch wertvolle Trauerhalle im Jugendstil nach ihrer seit 1987 in Teilabschnitten durchgeführten Renovierung wieder eröffnet wird, erinnert Glatz: "Von den 17 Trauerhallen in Rheinland-Pfalz sind die von den jeweiligen Stadtbaumeistern errichteten in Worms und Mainz die aufwändigsten und wichtigsten." Die Kosten für die Sanierung der Mainzer Trauerhalle liegen bei 160000 Euro, davon entfallen etwa 60000 auf die Zwiebeln.


© Jüdische Gemeinde Mainz