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Sanierung der Trauerhalle ist jetzt gesichert


Blick in das teilsanierte und schon wieder sehr ansehnlich gewordene Innere der jüdischen Trauerhalle.
Foto: Uwe Feuerbach

Zwei dicke Schecks für Warmaisa

27.04.2005 - Von Ulrike Schäfer, Wormser Zeitung

Ein erfreulicher Anlass führte gestern Roland Härtel, Staatssekretär des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, nach Worms. Er überreichte Roland Graser, dem Vorsitzenden des Vereins Warmaisa, zwei Schecks über insgesamt 20 000 Euro.

Das Geld ist für die Innenrestaurierung der jüdischen Trauerhalle auf der Hochheimer Höhe bestimmt. Bei dieser Gelegenheit konnte Oberbürgermeister Michael Kissel die Mitteilung machen, dass just auch die definitive Zusage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz über 30 000 Euro im Rathaus eingetroffen sei. Inklusive der Beiträge, die Warmaisa als Antragsteller, die Stadt und auch die jüdische Gemeinde Mainz beigesteuert haben, ist die Finanzierung der Sanierung in Höhe von 70 000 Euro nun gesichert.

Zur Bekräftigung erhielt Restauratorin Iris Uhrig auch gleich den Schlüssel zur Trauerhalle, wo sie ab sofort mit ihren fünf Mitarbeitern die Decke reinigen und dann behutsam die Firnisschichten regenerieren wird. Auszubildende des DRK-Berufsbildungswerks werden unterdessen die sechzehn Eichenholzfenster des Gebäudes streichen. Baudezernentin Jeannette Wopperer zeigte sich optimistisch, dass bis zum 4. September, dem Europatag der jüdischen Kultur, die Sanierung auf jeden Fall abgeschlossen sei. Letzter Akt in dieser langen Geschichte wird dann noch die Beschaffung von Stühlen und einem Ofen sein.

Die Trauerhalle wird seit 1987 in Abschnitten restauriert, wie Staatssekretär Härtel erläuterte. In den letzten Jahren nun hat sich das Tempo stark beschleunigt. Vor allem für die Finanzierung der letzten Etappe hatten sich viele stark gemacht, die Baudezernentin ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann (SPD), Sportbundpräsident Herbert W. Hofmann und Dr. Joachim Glatz vom Landesamt für Denkmalpflege. Das Jugendstilgebäude, nach Plänen des Stadtbaumeisters Georg Metzler erbaut und 1911 eingeweiht, sei freilich ein einzigartiges Bauwerk, das trotz knapper Kassen den Einsatz rechtfertige, betonte Härtel. Er hoffe, dass gerade im Raschijahr die großen Leistungen der jüdischen Mitbürger verstärkt gewürdigt würden. Während das Ministerium gemeinsam mit Vertretern der Städte Worms, Mainz und Speyer eine Arbeitsgruppe gegründet hat, die die Anerkennung der drei "Schum-Städte" als Weltkulturerbe betreibt, denkt man auch in Worms schon weiter: sobald wie möglich, so OB Michael Kissel, sollen die jüdischen Neu-Wormser, derzeit mindestens 120 Menschen, ein Gemeindezentrum im Haus zur Sonne erhalten. Auch für das Stadtarchiv soll hier Platz geschaffen werden. Mögliches Fernziel: ein Raschi-Institut, das die Tradition jüdischer Gelehrsamkeit aufleben lassen könnte.

Fedir Gurevych von der jüdischen Gemeinde sowie Nachbar Dr. Rolf Quick vom Berufsbildungswerk, Denkmalpflegerin Dr. Irene Spille und Friedhofsleiter Ralph-Quirin Heinz waren gestern mit vor Ort.


© Jüdische Gemeinde Mainz