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"Quiddeln" mit vielen Wünschen


Es hätte viel Positives zu Raschi zu sagen gegeben, meinte Festredner Professor Daniel Krochmalnik. Doch sei Raschis Zeit auch der Beginn der Kreuzzüge gewesen.

Bewegendes auf dem Heiligen Sand

15.04.2005 - Von Ulrike Schäfer, Wormser Zeitung

Zwar ist Raschi nicht auf dem Heiligen Sand begraben, doch der älteste Grabstein, der dort zu finden ist, stammt aus dem Jahr 1076, einer Zeit also, als der große Gelehrte Worms noch nicht allzu lange in Richtung Heimat verlassen hatte. Gerne nahmen die hohen Gäste, die zur Eröffnung des Raschijahrs gekommen waren, deshalb Oberbürgermeister Michael Kissels Einladung an, den jüdischen Friedhof aufzusuchen. Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Stadtarchivs, erläuterte die Bedeutung dieser ältesten jüdischen Begräbnisstätte Europas, die wie durch ein Wunder die Nazizeit unbeschadet überstanden hat. Wichtigste Arbeit in nächster Zukunft sei die wissenschaftliche Erfassung sämtlicher Grabsteininschriften.

Stella Schindler-Siegreich, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mainz-Worms und zudem versierte Stadtführerin, übernahm es, den Gästen die zu Herzen gehende Geschichte der Zwillingsgräber von Rabbi Meer von Rothenburg und des Alexander von Wimpfen zu erzählen. Vor allem die Treue des letzteren, der den Rabbi noch nach seinem Tod auslöste und nach Worms bringen ließ, werde bei frommen Juden als gute Tat gewertet. Deshalb wendeten sich auch heute noch Menschen aus aller Welt mit Zetteln (Quiddeln), auf denen Wünsche und Sorgen geschrieben seien, um Fürsprache an die beiden berühmten Toten.


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