Erinnerung an den Holocaust
Zahlreiche TV-Sendungen zur Befreiung des KZ Auschwitz vor 60 Jahren
19.01.2005 - Von Kurier-Mitarbeiter Martin Weber
Auschwitz ist nicht nur der Name eines Ortes, sondern
ein Synonym für das grauenvollste Kapitel der deutschen Geschichte:
die Ermordung der europäischen Juden. In dem Konzentrationslager
in Polen starben nach Schätzungen 1,5 Millionen Menschen. Am 27.1.
jährt sich die Befreiung des KZ Auschwitz zum 60. Mal, das Fernsehen
erinnert mit einer Fülle von Beiträgen bereits ab Sonntag (23.1.)
an das Ereignis.
Den Auftakt macht am 23. Januar 3sat mit dem Kurzbeitrag
"Erbe der Menschheit: Auschwitz, Polen" (21 Uhr) und der Dokumentation
"Die Akte Joel" (22.15 Uhr). Ebenfalls um 22.15 Uhr zeigt Phoenix
die Dokumentation "Sklaven der Gaskammer", in der es um jüdische
Häftlinge geht, die den KZ-Wärtern in Auschwitz bei der Ermordung
ihrer Leidensgenossen helfen mussten. In "ZDF-History" rekapituliert
Guido Knopp um 23.35 Uhr den Tag der Befreiung des Todeslagers durch die
Rote Armee.
Der Kultursender Arte wiederholt vom 24. bis 27. Januar
jeweils um 20.40 Uhr den legendären US-Vierteiler "Holocaust",
der 1979 in der Bundesrepublik Fernsehgeschichte schrieb. In dem Fernsehfilm
geht es um das Schicksal einer jüdischen Familie, die in die Mordmaschinerie
der Nazis gerät. Die Arte-Dokumentation "Wir müssen das
erzählen" lässt am 24.1. (23 Uhr) Überlebende des
Holocaust zu Wort kommen.
Das ZDF überträgt am 25.1. um 12 Uhr die Gedenkfeier
"Auschwitz erinnern" mit Bundeskanzler Gerhard Schröder.
In der Arte-Dokumentation "Hollywood und der Holocaust" (22.20
Uhr) geht es darum, wie die amerikanische Filmindustrie mit dem Thema
umging.
Am 26. Januar zeigt Arte die Dokumentation "KZ Falkenau
- Eine Lektion über Menschenwürde mit Samuel Fuller" (22.10
Uhr), und in dem Spielfilm "Gebürtig" beleuchtet 3sat um
22.25 Uhr das Schicksal eines KZ-Überlebenden. In der Doku "Drei
deutsche Mörder" geht es um 23.30 Uhr im Ersten um drei SS-Wärter,
die nach dem Krieg in den Frankfurter Auschwitzprozessen als Massenmörder
verurteilt wurden. "Holocaust Memorial" ist ein musikalisch-filmischer
Beitrag, den das ZDF um Mitternacht zeigt, es folgt um 1.05 Uhr im Zweiten
die Doku "Wenn ich wieder ins Leben zurückkehre". Das Erste
zeigt um 1.20 Uhr die Doku "Kindertransport - In eine fremde Welt",
der von jüdischen Kinder handelt, die von den Briten gerettet wurden.
Am 27. Januar überträgt das Erste um 14 Uhr
die zentrale Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ
Auschwitz, Arte zeigt um 22.25 Uhr die Doku "Im Winter werden die
Tage länger" über den Schriftsteller Joseph Bialot, der
Auschwitz überlebte. Im Ersten läuft um 1.35 Uhr der preisgekrönte
Dokumentarfilm "Die letzten Tage" über fünf ungarische
Überlebende des Holocaust.
Bei dtv ist ein Taschenbuch erschienen, das unter dem
Titel "Zeugen aus der Todeszone - Das jüdische Sonderkommando
in Auschwitz" von Eric Friedler, Barbara Siebert und Andreas Kilian
eine erste Gesamtdarstellung der Geschichte der jüdischen Sonderkommandos
in Auschwitz bietet. Die Monografie, das Ergebnis 13-jähriger Forschungsarbeit,
greift auf alle wichtigen Quellen zum Thema und auf zehn Interviews mit
ehemaligen Häftlingen zurück.
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