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"Europa ist viel ärmer geworden"CDU-Landeschef Böhr erinnert zum Auftakt der Reihe "Stichwort Jüdisch" an den Holocaust 27.08.2004 - Von unserer Mitarbeiterin Cordula Niederelz Welche Beziehung hat jeder Einzelne von uns zum Judentum? Diese Frage würde so manchen ins Grübeln bringen. Nicht anders erging es dem CDU-Landesvorsitzenden Christoph Böhr. Er eröffnete im Rathaus die Veranstaltungsreihe "Stichwort Jüdisch", in der in den kommenden Monaten noch weitere Prominente über ihr persönliches Verhältnis zur jüdischen Geschichte und Kultur sprechen werden. Dazu eingeladen hatte der Verein "Eine neue Synagoge für Mainz", der die jüdische Gemeinde finanziell und ideell beim Bau eines neuen Gemeindezentrums unterstützt. Durch ihre Teilnahme an der Veranstaltungsreihe könnten herausragende Persönlichkeiten ihre Verbundenheit mit dem Synagogenprojekt zeigen, sagte die Vorsitzende Irina Wittmer. Der stellvertretende Chefredakteur der AZ, Peter Königsberger,
führte in den Vortrag von Christoph Böhr ein. Er machte deutlich,
"dass das Verhältnis von Juden und Deutschen immer noch nicht
normal ist." Er betonte jedoch, dass Deutschland vielen Juden nach
dem Zweiten Weltkrieg zur Heimat geworden sei. Als persönlichen Bezugspunkt zum Judentum nannte Böhr seine christliche Erziehung, bei der er das Judentum als wichtigen Bestandteil empfunden habe. Darüber hinaus lebt Böhr in Trier seit mehr als 30 Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft zur jüdischen Gemeinde. Er sei dadurch zwar kein Kenner des Judentums geworden, empfinde aber Sympathie und Verbundenheit. Als praktische Konsequenz daraus unterstrich der CDU-Landesvorsitzende seine "sehr parteiliche Sicht der Lage im Nahen Osten". Wie sehr diese Problematik das Verhältnis vieler Deutscher zum Judentum dominiert, zeigte die anschließende, teils hitzige Diskussion. Fast geriet dabei das eigentliche Anliegen in den Hintergrund: um Unterstützung für den Synagogen-Bau zu werben. Deshalb betonte Irina Wittmer: "Der Wiederaufbau von Mainz ist erst dann vollendet, wenn es hier auch wieder ein jüdisches Gemeindezentrum gibt." Dafür liege der Entwurf des Kölner Architekten Manuel Herz vor. Außerdem habe die Stadt 3,5 Millionen Euro zugesagt. Unklar sei, in welcher Höhe sich das Land an der Finanzierung beteiligen werde. Aus: Allgemeine Zeitung © Mit freundlicher Genehmigung |